Nachdem MathCityMap als App des Monats Januar ausgezeichnet wurde, ist die nächste Plattform auf uns aufmerksam geworden: Die Website Serious Games der TU Darmstadt stellt interessante Lernangebote verschiedener Themenfelder vor und bezeichnet MathCityMap als App, welche das „Wissen des Spielers nachhaltig verbessern“ möchte.
Serious Games beschreibt MathCityMap als Bildungsangebot, „welches einer Schnitzeljagd ähnlich die Umgebung mit ins Spielgeschehen einbezieht. Die Spieler können auf ihrem Handy eine Route auswählen, die sich in ihrer unmittelbaren Nähe befindet. Anschließend bekommen sie Aufgaben gestellt, welche sich nur durch Interaktion mit den Gegenständen vor Ort lösen lassen.“ Neben dem unmittelbaren Feedback zur Lösung hebt Serious Games hervor, dass vorhandene Mathtrails von Nutzern abgerufen oder neue Routen selbst angelegt werden können: „Sämtliche eingetragenen Routen sind für alle Nutzer spielbar, dabei wird immer eine empfohlene Klassenstufe angegeben.“
Am 21.01.2020 bearbeiteten Simone und Simon aus dem MathCityMap-Team Frankfurt mit unserer Praktikantin Lili Draxler den Mathtrail „Land der Ideen“ in Bockenheim. Lili berichtet im folgenden aus ihren Erfahrungen:
Mitte Januar 2020 habe ich mein Schülerpraktikum an der Goethe-Universität Frankfurt am Institut der Didaktik für Mathematik und Informatik absolviert. Am 21.01.2020 durfte ich zusammen mit Simone Jablonski und Simon Barlovits ein MathCityMap-Trail ausprobieren.
Aber was ist überhaupt ein MathCityMap-Trail?
Verschiedene Trails werden auf der Plattform MathCityMap angelegt. Trails sind sogenannte Routen aus mehreren Mathematikaufgaben, die man ablaufen muss. In diesen Routen sind dann verschiedene Standpunkte genannt, die man zuerst einmal ablaufen muss. Wenn man dann einen Standpunkt erreicht hat, wird einem eine Matheaufgabe gestellt. Neben der App hat man einen Zollstock, ein Maßband und ein Klemmbrett zur Hand. Um die Aufgabe lösen zu können, muss man sich dann überlegen wie man vorgehen möchte. Ich denke, dass Schüler schnell Spaß daran bekommen, verschiedenste Wege auszuprobieren und zu erforschen.
Als Simone, Simon und ich einen dieser Trails abgelaufen sind, mussten wir schon ein paar Herausforderungen meistern, die wir zusammen im Team aber prima lösen konnten. Beispielsweise mussten wir den Umfang eines Kreises, der am Eingang eines U-Bahntunnels zu finden war, ausrechnen. Dazu benötigten wir die Kreisumfangsformel und den Durchmesser des Kreises. Um diesen auszumessen musste ich in den Kreis reinklettern und mit dem Zollstock die Länge des Durchmessers ausrechnen. Ein riesen Spaß! Ich kam mir vor wie ein Bauingenieur!
Während des Ablaufens des Trails, ist mir aufgefallen, dass mir alte, in Vergessenheit geratene Formeln schnell wieder eingefallen sind. Was ich damit sagen möchte, ist, dass man in der Praxis schnell einmal Gelerntes wieder aufrufen kann. Ich denke, wenn man dieses Programm in unsere Schulen aufnehmen würde, könnten Schüler schneller und viel effektiver lernen.
Was mir so super gut an der MathCityMap-App gefällt ist, dass es die Trails schon fast überall in Frankfurt gibt und so viele Schulen schon heute die Möglichkeit hätten, mit ihren Schülern den Matheunterricht vielfältiger und spannender zu gestalten. Ich kann nur empfehlen, das Projekt an jeder Schule einzusetzen. Denn die App hilft jedem Schüler, sich der Herausforderung der Mathematik zu stellen. Aber nicht nur das, sondern man kann die Aufgaben, die während eines Trails erscheinen, auch an die Leistungsstärke eines Schülers anpassen, indem der Lehrer sich die Aufgaben vorher anschauen und auswählen kann, welche am besten zu seinen Schülern passen könnten.
Ich werde dieses Projekt auf alle Fälle unterstützen, indem ich die MathCityMap-App meiner Schule persönlich vorstellen und versuchen werde alles daran zu setzen, dass dieses Projekt auf unserer Schule im Mathematikunterricht zum Einsatz kommt.
Zuletzt möchte ich mich aber nochmal sehr bei Simone und Simon bedanken, die mir das Programm vorgestellt haben. Ohne Euch hätte ich dieses tolle Projekt nicht kennengelernt.
Das MathCityMap-Team ist nun auch auf Instagram vertreten. Unter dem Account mathcitymap.eu gibt es sämtliche News rund um MCM und unsere Erasmus+ Projekte MoMaTrE und MaSCE³.
Die Jury begründete ihre Auswahl folgendermaßen: „Im Zusammenhang mit lebenspraktischen Mathe-Aufgaben verschiedene Sehenswürdigkeiten in ganz Deutschland [und an vielen Orten weltweit] kennenlernen: Ausgehend von dem Lernniveau der 4. bis 11. Klasse müssen die zugrundeliegenden Größen selbst ausgemessen werden. Diverse Hinweise unterstützen beim Lösen der Aufgaben.“
Das MathCityMap-Team freut sich sehr über diese Auszeichnung und startet topmotiviert ins neue Jahr!
Unser neuer Trail des Monats führt uns nach Mexiko: Vor einem Jahr war das MathCityMap-Team in Mexiko unterwegs. Dabei entstanden die beiden Mathtrails “BUAP 2” und “La ruta Azteca”. Simone Jablonski aus dem Frankfurter MathCityMap-Team hat uns einige Fragen zu den Trails beantwortet.
Wozu wurden die beiden Trails erstellt? Was sind ihre Besonderheiten?
Der Mathtrail „BUAP 2“ entstand im Rahmen einer Lehrerfortbildung mit mehr als 75 TeilnehmerInnen während der TEMBI V-Konferenz an der Universität in Puebla. Ziel war es, den Lehrkräften einen umfassenden Einblick in das MathCityMap-System zu bieten. Daher haben wir Aufgaben für verschiedene Jahrgangsstufen angelegt: Unter anderem finden sich im Trail Geometrieaufgaben zur Flächenberechnung, zur Steigung einer Rampe sowie zur Höhe von Gebäuden.
Als wir uns an einem freien Tag auf die Spuren der Azteken begaben, entstand der Mathtrail “La ruta Azteca”. Die Pyramiden in Teotihuacán bieten vielfältige Fragestellungen für Touristen und Familien: Wie groß ist die Oberfläche der Pyramiden? Wie steil sind ihre steinernen Treppen, usw.? Mit diesen Aufgaben können (schulische) Mathematikkenntnisse mit Erfahrungen und Entdeckungen an einem historisch bedeutsamen Ort verbunden werden.
Besonders erfreulich ist, dass wir alle Aufgaben auf Spanisch erstellen konnten. Dabei war uns die Übersetzung der Wizard-Aufgaben durch unsere spanischen MoMaTrE-Partner von großer Hilfe. Dies vereinfacht die weltweite Erstellung von MathCityMap-Aufgaben erheblich!
Weitere Anmerkungen zu MathCityMap?
Seit 2017 arbeite ich an der Goethe-Universität Frankfurt an der Weiterentwicklung und Verbreitung des MathCityMap-Projekts. Immer wieder kann ich dabei beobachten, wie sehr die Nutzung von MathCityMap SchülerInnen und Lehrkräfte motiviert. Auch schlüpfe ich gern von der Autoren- in die SchülerInnenperspektive: Wenn ich die Gelegenheit habe, mal wieder einen Mathtrail selbst abzulaufen, bin ich immer wieder auf´s Neue motiviert!
Im nächsten Jahr wird das MoMaTrE Projekt mit der internationalen ROSETA Konferenz zu Ende gehen. ROSETA steht für Research on Outdoor STEM Education in the digiTal Age und genau um dieses Thema dreht sich unsere Konferenz.
Save the Date
ROSETA Konferenz 16. – 19. Juni 2020 Porto, Portugal
Eingeladen sind alle Mitglieder und Interessierte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik mit speziellem Fokus auf außerschulisches Lernen. Neben spannenden Vorträgen und Workshops gibt es auch die Möglichkeit, eigene Ideen vorzustellen und zu diskutieren, ebenso wie Beiträge einzureichen und in einem Open-Access-Konferenzband zu veröffentlichen.
Dank der finanziellen Unterstützung von Erasmus+, kann die Teilnehmergebühr zu einem großen Teil rückerstattet werden.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann besuchen Sie unsere Konferenzwebsite www.roseta-conference.eu. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!
Zum Jahresende haben wir unsere App gründlich überarbeitet und sie in ein neues Gewand gekleidet: Künftig grüßt beim Öffnen der MathCityMap-App unser neuer Startscreen: Über vier Kacheln können sich Nutzer nun leicht und intuitiv durch die App navigieren. Die vier Funktionen stellen wir Ihnen im Folgenden vor.
Unter „Routen durchsuchen“ finden Sie wie gewohnt Mathtrails in Ihrer Umgebung oder an Orten Ihrer Wahl. Diese können Sie bequem herunterladen und anschließend direkt mit der Bearbeitung des Mathtrails starten.
Der Button „Routen hinzufügen“ ermöglicht es, private Routen oder Routen mit unserem Feature Digitales Klassenzimmer1 per Eingabe eines Codes aufzurufen.
Unter „Meine Routen“ erhalten Sie einen Überblick über Ihre heruntergeladenen MathCityMap-Trails und können den Bearbeitungsstand einsehen: Wie viele Aufgaben eines Mathtrails haben Sie bereits bearbeitet? Wie viele Aufgaben konnten gelöst werden? Zudem bieten wir Ihnen unter „Meine Routen“ eine Kartenfunktion an, in welcher heruntergeladene Trails in Ihrer Nähe angezeigt werden.
Bald wird für registrierte Nutzer auch die Funktion „Verwalte Routen“ freigeschaltet. Damit können Sie Ihre eigenen Aufgaben und Trails ganz bequem vom Smartphone aus bearbeiten.
Unser neuer Startscreen
„Routen durchsuchen“ zeigt Trails in Ihrer Nähe
„Meine Routen“ zeigt Ihre heruntergeladenen Trails inkl. Bearbeitungsfortschritt
„Meine Routen“ zeigt zudem downgeloadete Trails in Ihrer Nähe
Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
1 Das Digitale Klassenzimmer ermöglicht es Lehrkräften, über eine Chat-Funktion mit den Lernenden zu kommunizieren, ihren Bearbeitungsfortschritt zu überprüfen (inkl. Nutzung von Hinweisen & eingegebenen Lösungen) einzusehen sowie ihren Standort einzusehen. Weitere Infos zu den Features und zur Anwendung des Digitalen Klassenzimmers finden Sie hier.
das Jahr neigt sich dem Ende zu. Auch 2019 sind dank Ihrer fleißigen Mithilfe viele tolle Aufgaben entstanden. So konnten wir am 16.10.2019 die 10.000 und am 14.11.2019 die 11.000. Aufgabe im MathCityMap-Portal feiern.
In der Weihnachtszeit möchten wir Ihnen einige unserer Aufgabenideen vorstellen: Jeden Tag öffnet sich ein Türchen in unserem großen MathCityMap-Adventskalender. Mit diesen Aufgaben möchten wir Ihnen einige Anregungen geben – damit wir uns auch im neuen Jahr wieder über eine Vielzahl spannender Mathematikaufgaben freuen können.
Das MathCityMap-Team Frankfurt wünscht Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Am gestrigen Donnerstag wurde das MathCityMap-Team unter Leitung von Matthias Ludwig in der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden empfangen. Das Projekt MathCityMap ist einer von 10 Preisträgern des Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“, welcher in disem Jahr unter dem Motto „digitalisieren. revolutionieren. motivieren.“ stand.
Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei, würdigte MathCityMap als innovatives Projekt, welches Lernenden Spaß an der Mathematik vermitteln könne: „Hessen ist ein Land der Innovationen und Sie geben mit Ihren Ideen wichtige Impulse für die Zukunft.“ Anschließend probierte Wintermeyer gemeinsam mit der Klasse 9b des Gymnasiums Taunusstein die App gleich aus und bearbeitete einige Aufgaben auf unserem neuen Mathtrail rund um das Wiesbadener Kurhaus.
Unsere neuen Trails des Monats – es existieren sowohl eine portugiesische als auch eine englische Version – wurden in Porto, Portugal, angelegt. Unsere MoMaTrE-Partnerin Ana Moura erläutert uns im Folgenden ihre Trails, den ErasmusDay und ihre Sicht auf MathCityMap.
Beschreiben Sie Ihren Mathtrail. Was unterscheidet ihn von anderen MathCityMap-Trails?
Der mathematische Wanderpfad führt durch die romantischen Gärten rund um den Kristallpalast und damit durch einen der schönsten Orte Portos. Der Garten wurde im 19. Jahrhundert angelegt und besitzt nicht nur eine Fläche von rund 8 Hektar, sondern bietet seinen Besuchern auch einen wunderschönen Ausblick über den Fluss Duero und Portos Innenstadt. In einer nahezu kreisförmigen Route, auf welcher die MathCityMap-Nutzer viele besondere Punkte im Park anlaufen, haben wir Aufgaben für verschiedene Altersstufen anlegt. Somit können auch Familien den Mathtrail erfolgreich absolvieren.
Bitte beschrieben Sie, wie Ihr Team MoMaTrE und MathCityMap am ErasmusDay vorgestellt hat. Wie viele Menschen haben MathCityMap spontan ausprobiert?
Unsere MoMaTrE-Partner haben am ErasmusDay das gemeinsame Projekt und das MathCityMap-System vorgestellt (weitere Infos hier). Die MathCityMap-App verbindet das Erstellen mathematischer Wanderpfade sowie deren Durchführung mit dem Einsatz digitaler Medien, nämlich des Smartphones. Am ErasmusDay haben ungefähr 50 Menschen in Porto die MCM-App ausprobiert. Sie arbeiteten als Familien, Freundes- oder Schülergruppen, zusammen.
Das optionale Feature des Piratenabenteuers wurde zum einen erstellt, um die jüngeren Teilnehmer am ErasmusDay zu motivieren. Zum anderen nutzten wir die Piratengeschichte, um neuen Usern die Vielseitigkeit der App zu demonstrieren.
Was zeichnet MathCityMap Ihrer Meinung nach aus?
Das Erfolgsrezept von MathCityMap beruht auf mit drei essentiellen Inhaltsstoffen unseres Jahrhunderts: Zunächst ist hier die Digitalisierung zu nennen, ferner der Trend hin zur Bewegung in Folge immer stärker zunehmender sitzender Tätigkeiten und nicht zuletzt der Einsatz innovativer Techniken im (Mathematik-)Unterricht.