MathCityMap war von Beginn an als nachhaltiges und langfristiges Projekt mit Zukunftsperspektive geplant und um diesem Grundgedanken auch weiterhin gerecht zu werden trafen sich Ende Januar einige der Projektpartner aus ganz Europa in Frankfurt um neue Ideen zu entwickeln.

Vertreter:innen aus Spanien, Portugal, Italien, Estland, Österreich, der Slowakei und Deutschland verbrachten den Tag mit vielen Aktivitäten und Arbeitsgruppen, um auf grundlage von Feedback aus der Community, von Lehrkräften und aus der Wissenschaft, die Features und Möglichkeiten zu identifizieren, die MathCityMap entwickeln kann, um für den Unterricht ein noch wirksameres und umfagreicher nutzbares Tool und eine anpassungsfähigere Lernumgebung zur Verfügung zu stellen.

Wir sind schon sehr gespannt auch Ihnen bald die neuen Ideen und den Fokus der Entwicklung von MathCityMap in Zukunft präsentieren zu können! Bleiben Sie gespannt…

Aller guten Dinge sind drei! Mit der erfolgreichen Berwerbung des Istituto Comprensivo “Commenda” gibt es nun in Italien schon drei offizielle MathCityMap-Partnerschulen.  Die Mathematiklehrerin Manuela Saponaro erstellte hierfür in der Umgebung der Schule in Brindisi zwei Trails und probierte diese mit ihren Schüler:innen aus.

Zu den Erstellten Trails und zu den Erfahrungen mit ihrer Klasse berichtete sie uns wie folgt:

„Die beiden Mathtrails führen durch bekannte Orte der Stadt und fordern die Schülerinnen und Schüler mit Aufgaben, die für verschiedene Schulstufen geeignet sind, in verschiedenen Bereichen – von numerisch bis geometrisch – heraus, um die Fähigkeit zur Problemlösung zu entwickeln und die Kreativität zu fördern.

Die Trails wurden sowohl mit Schüler:innen der Schule als auch mit einer Gruppe polnischer Studierender und Lehrkräfte im Rahmen eines Erasmus+-Projekts getestet. Den Schüler:innen wurde zusätzlich zur Nutzung der App auch die Papierdatei zur Verfügung gestellt, um anschließend über ihre Methoden zur Aufgabenlösung zu reflektieren.

Die Schülerinnen und Schüler schienen zunächst verwirrt zu sein, da die Herangehensweise an das Problem der Mathematik anders war, als sie es bis dahin gewohnt waren. Nach der anfänglichen Überraschung und der weiteren Klärung der Verwendung der App dominierten die Aufregung und der Wunsch, die Herausforderung zu gewinnen, die Atmosphäre.

Starke Elemente waren sicherlich der spielerische Ansatz und die Zusammenarbeit zwischen den Schüler:innen. Diese fühlten sich frei, ihren Beitrag ohne Angst vor Fehlern zu leisten, während wir ein Zögern bemerkten, wenn sie die Tipps nutzen wollten, um keine Punkte zu verlieren … sie wollten es selbst schaffen, auch auf die Gefahr hin, die Chancen eines Versuchs zu beenden.

Ein kritisches Element, das wir beobachtet haben, war das Zeitmanagement und die Unfähigkeit, Messinstrumente adäquat einzusetzen. Darüber hinaus haben sich dank dieser Aktivität deutlich Lücken bei den Inhalten gezeigt, die wiederhergestellt und verbessert werden sollen.

Der Trail bot die Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auf einige Details ihrer Stadt zu lenken, mit denen sich die Schüler:innen noch nie beschäftigt hatten, und sich bewusst zu machen, wie viel Mathematik um sie herum ist.

Sogar die polnischen Kollegen und die beteiligten italienischen Lehrkräfte waren begeistert und verstanden, dass diese Art, Mathematik zu vermitteln, sehr ansprechend und inklusiv ist und die Möglichkeit bietet, reale Probleme zu lösen.

Die Gesamtheit der Teilnehmer:innen, die einen Fragebogen ausgefüllt hatten, äußerten den Wunsch, MathCityMap in den Unterricht einzubeziehen oder beispielsweise als vertiefendes Instrument während Führungen in Brindisi zu verwenden.“

Die Trails sind unter folgenden Namen und Codes im MathCityMap System abrufbar:

  1. Matematica tra parchi e piazze (5710839)
  2. Dal centro al Casale … passeggiata matematica (6910838)

Zusätzlich zu den Erfahrungen, die Manuela Saponaro mit uns teilte verfasste sie in Zusammenarbeiten mit anderen Mathematiklehrkräften, Lucia Del Chiaro, Giovanna Zito und Eugenia Taranto einen Artikel für den 36° Convegno nazionale Incontri con la matematica, eine wichtige nationale Konferenz zu Mathematikdidaktik in Italien. Hier berichteten die Lehrkräfte unter dem Titel „Matematica in città“ von Ihren bisherigen Aktivitäten mit MathCityMap.

Das Paket mit der offiziellen Partnerschulplakette und den MCM-Messinstrumenten befindet sich bereits auf dem Weg nach Italien und wir freuen uns schon sehr auf weitere Bewerbungen aus aller Welt.

Alle weiteren Informationen zum Partnerschulprogramm und den Voraussetzungen für die Bewerbung finden Sie sowohl im Artikel zur ersten MCM Partnerschule als auch auf der Homepage unseres Projektes MaSCE³.

 

Mit dem Trail des Monats Januar möchten wir Ihnen einen besonderen Mathtrail vorstellen, der im Rahmen des ERASMUS+ projects LECLIC „Living in the Era of Climate Change“ entstanden ist, das innovative Trends des STEAM-Lehrplans und des Cloud-Computing nutzt, um das Bewusstsein für Umweltfragen und den Klimawandel zu schärfen.

Die Schüler:innen und Lehrerkräfte, die an dem Projekt teilnehmen, sollen dazu gebracht werden über die Notwendigkeit einer Verhaltensänderung im Lebensstil ihrer Familien nachzudenken, um den Klimawandel abzuschwächen, indem sie die bidirektionale Beziehung zwischen Lebensstil und Klimawandel analysieren, den aktuellen Lebensstil und die Lebensqualität in ihrer europäischen Region analysieren und Vorschläge machen, wie sie ihre Gewohnheiten in großem Umfang ändern können.

Das Projekt wird in Form von vier LECLIC-Konferenzen zum Klimawandel organisiert, bei denen Schüler:innen aus Portugal, Spanien, Italien und Griechenland die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Klimawandels in jeder Region analysieren. Es ist sehr wichtig, die verschiedenen Standorte vor Ort kennen zu lernen, weshalb der Einsatz von MathCityMap im Projekt zu einem wichtigen Instrument geworden ist.

Der Mathtrail des Monats „A LECLIL trail“ befindet sich in der spanischen Stadt Puerto Real und ist in der MCM-App unter dem Code 3812670 abrufbar und im Webportal von MathCityMap hier verfügbar.

Der Trail setzt sich aus fünf Aufgaben zusammen, di alle einen Bezug zur Stadt und zu den Auswirkungen haben, von denen Puerto Real betroffen sein könnte, wenn der Klimawandel weiterhin voran schreitet.

Ana Serradó Bayés, die Erstellerin des Trails gibt uns im Folgenden ein kurzes Interview zu Ihrer Arbeit mit MathCityMap und ihrem Trail. Viel Vergnügen beim Lesen!

 

Wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen?

Im Mai 2020, als die Spanier wegen der COVID19-Pandemie zu Hause bleiben mussten, nahm ich an der E-Learning-Schulung „Education School of Miguel of Guzman“ teil. In der Fortbildung stellte uns Claudia Lazaro von der Spanischen Vereinigung der Mathematiklehrer (FESPM) und einer der MathCityMap-Partner dieses ERASMUS+-Projekt vor. Eine der Aktivitäten bestand darin, einen Mathtrail zu erstellen. Zu diesem Zeitpunkt war es schwierig, einen Trail zu gestalten, da wir uns nur 1 km von unserem Haus entfernt aufhalten durften. Aber von der Terrasse meines Hauses aus konnte ich die „Porvenir-Gärten“ bewundern. Ich ging durch sie hindurch, machte Fotos und nahm Messungen vor, während ich mich für die Rückkehr zur Normalität vorbereitete, um meinen Schüler:innen das Lernen von Mathematik draußen zu ermöglichen. Der Name des Trails der hierbei entstand ist „Cuidemos los Jardines del Porvenir“ (Kümmere dich um die Gärten des Porvenir, 012984).

 

Bitte beschreiben Sie Ihren Trail?

Der LECLIC Trail ist eine STEAM-Tour zur Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf die Stadt Puerto Real in Südspanien. Er besteht aus fünf Aufgaben mit einer Gesamtlänge von 1,5 km und einer Dauer von 1 Stunde und 20 Minuten. SchülerInnen der Sekundarstufe I werden gebeten, fünf STEAM-Probleme zu lösen und die Folgen des Klimawandels an fünf ikonischen Orten der Stadt zu analysieren. Die teilnehmenden Schüler:innen untersuchen, analysieren, berechnen zugängliche und unzugängliche Längen und entwickeln stochastisches Denken. Außerdem ziehen sie Schlüsse darüber, wie Puerto Real durch den Klimawandel in Bezug auf das Trinkwasser, die Überflutung des Strandes, die Zerstörung des befestigten Kais aus dem 19. Jahrhundert durch hohe Wellen, die Erfahrung einer „Winddürre“ und die Veränderung des Meeresspiegels beeinflusst werden könnte.

 

Wie nutzen Sie MCM und warum?

In unserer Schule verwenden die Schüler:innen des Colegio La Salle-Buen Consejo Tablets in der Schule und Handys außerhalb der Schule. MCM ist besonders nützlich für sie, um die Integration von zwei unabhängigen Technologien zu verstehen: Online-Karten und Rätsel. Als Mitglied der MINT-Abteilung bin ich an der Entwicklung von Aktivitäten beteiligt, die den Schüler:innen helfen, den transdisziplinären Ansatz von STEAM zu verstehen. Insbesondere sind wir an vielen ERASMUS+-Projekten beteiligt, bei denen innovative Technologien zum Einsatz kommen, die die Integration der anderen Fächer unterstützen.

Ich bin der Meinung, dass diese Art von Versuchen den Schüler:innen hilft, die vier globalen Kompetenzen Kommunikation, Zusammenarbeit, kritisches Denken und Kreativität zu entwickeln. Kommunikation und Zusammenarbeit, weil die Schüler:innen aufgefordert werden, die Aufgabe im Team zu lösen, da die meisten Messungen vor Ort von mehr als einer Person durchgeführt werden müssen. Zweitens, weil einige von ihnen eine hohe Komplexität aufweisen, die eine Diskussion über die Entwicklung von Strategien zur Lösung des Problems erfordert, um seine Genauigkeit zu bewerten, ihr kritisches Denken zu entwickeln und schließlich zu entscheiden, welche Lösung die beste ist. Die Tatsache, dass MCM mathematische Aufgaben außerhalb des Klassenzimmers in einem realen Kontext stellt, kann den Problemlösungsprozess auf einen geometrischen oder algebraischen Modellierungsprozess ausweiten.

Die Möglichkeit, Hinweise in die MCM-Aufgaben einzubauen, ist sehr nützlich, denn so kann man auf die Vielfalt unserer Schulen eingehen und den Schüler:innen die theoretischen Grundlagen vermitteln, die sie zur Lösung der Situation nutzen können. Bei der Rückkehr in die Schule ist die Analyse des mathematischen Trails auch eine Gelegenheit, das Lernen zu vertiefen und den entwickelten Modellierungsprozess zu formalisieren.

 

Beschreiben Sie Ihre Lieblingsaufgabe auf dem Trail. Wie kann sie gelöst werden?

Ich denke, dass alle fünf Aufgaben des Trails interessant sind, weil die Schüler:innen herausfinden müssen, wie sich der Klimawandel auf ihre Stadt auswirken könnte, und diese Art der Reflexion ist von dringendem aktuellem Interesse. Aber wenn ich mich für eine entscheiden müsste, wäre meine Lieblingsaufgabe „The wind rose in Sant Telmo Square“. San Telmo ist ein neuer Platz in der alten Stadt, von dessen Existenz die meisten Schüler:innen von Puerto Real nichts wussten. Schon gar nicht von der Windrose, die in der Mitte des Platzes steht. Die Kacheln der Windrose und ihre Symmetrie zu bewundern, ist an sich schon eine künstlerische und mathematische Tätigkeit. Die Tatsache, dass die Schüler:innen die Richtung und die Geschwindigkeit des Windes analysieren müssen, verwandelt sie jedoch in eine wissenschaftliche und ingenieurtechnische Entwurfstätigkeit. Das Erfassen der stochastischen Natur der Windgeschwindigkeit ist für die Lösung der Aufgabe unerlässlich. Aber auch dieser Denkprozess hilft den Schüler:innen, den Unterschied zwischen einem deterministischen Modell für die Geschwindigkeit und der stochastischen und chaotischen Natur des Windes zu verstehen.

 

 

Der Herbst in der Slowakei war geprägt von Fortbildungen und der Implementierung von MathCityMap Trails.

Ende September veranstaltete die Grund- und Sekundarschule in der Nábrežná-Straße in Nové Zámky einen Projekttag, an dem alle Schüler der Klasse 9 teilnahmen. Sie erkundeten das Stadtzentrum, die Umgebung der Schule und auch die Dörfer Branovo und Dvory nad Žitavou, indem sie MCM Trails absolvierten. Der Fachbereich Mathematik der Karlsuniversität in Zámov beteiligte sich an diesem schönen Projekt.

Silvia Haringová, Doktorandin an der Universität Konstantin der Philosoph in Nitra, unterrichtete drei Gruppen von Vollzeitlehrern und eine Gruppe von Teilzeitlehrern, die sich auf den Vorbereitungsdienst für Grundschullehrer vorbereiten, in der Erstellung und Umsetzung mathematischer Trails während eines Workshops. Sona Čeretková führte dieselbe Aktivität für künftige Mathematiklehrer der Sekundarstufe durch.

Janka Medová und Silvia Haringová besuchten die Grund- und Sekundarschule in der Duklianska Straße in Bánovce nad Bebravou, wo sie eine Schulung über Mathtrails durchführten. Ein Lehrer der Grund- und Sekundarschule in der Gorazdova Straße in Bánovce nad Bebravou bereitete für seine SchülerInnen der 6.A einen mathematischen Trail auf den Spuren von Sherlock Holmes im Schulgebäude vor und die Doktorandinnen Katka Laššová und Silvia Haringová unterstützen ihn bei der Durchführung.

Die angehenden Mathematiklehrer Michal Fojtík und Peter Košt’ál bereiteten Trails für Schüler der Klassen 4, 5 und 9 der Grundschule und der Sekundarstufe I in Slatina nad Bebravou vor. Janka Medová, Katka Laššová, Silvia Haringová und Peter Košt’ál kamen nach Slatina nad Bebravou, um den Trail umzusetzen.

Ein weiterer Trail wurde an der Vereinigten Katholischen Schule in Nemšová durchgeführt, wo die Schülerinnen und Schüler von drei Klassen der Jahrgangsstufe 5 Aufgaben lösten, die ihre Lehrerinnen Veronika Meščánková und Majka Šimáková für sie vorbereitet hatten. Der Trail umfasste sowohl Indoor- als auch Outdoor-Aufgaben. Janka und Silvia konnten sich auch diese Durchführung nicht entgehen lassen.

 

 

In der wunderschönen Umgebung von Zaježovské Lazy fand ein Workshop über mathematische Trails für LehrerInnen aus der ganzen Slowakei statt, denen Silvia die Erstellung und Umsetzung von MCM-Trails vorstellte.

Das Webinar war eine weitere Veranstaltung, um die Trails bei Lehrern aus der ganzen Slowakei bekannt zu machen. Es wurde von Silvia zusammen mit Veronika Bočková geleitet. Es wurde von mehr als 150 Teilnehmern besucht.

Silvia reiste auch nach Skalica in die Grund- und Mittelschule in der Vajanského-Straße, wo sie der Lehrerin Zuzka Chytilova und den Schülern der 9. Klasse bei der Vorbereitung eines Trails für die Schüler der Klasse 5 half.          

Ende Oktober führte Silvia eine Schulung zu MathCityMap-Trails in Stara Ľubovňa für Lehrer der Grund- und Sekundarstufe I in der Komenského-Straße durch. Zusammen mit der Lehrerin Libuše Hnátová bereiteten sie einen Trail rund um die Schule für die Schulung vor.

Im November fand in der Slowakei die Wissenschafts- und Technologiewoche statt. Während dieser Woche besuchte Silvia die St. Mark’s Primary and Lower-Secondary School in Nitra und half der Lehrerin Kika Hazuchova, die die Aufgaben im Voraus vorbereitet hatte, diese auf das MathCityMap-Portal hochzuladen. Einige Tage später führten sie den Trail zusammen mit den Schülern der 6. und 7. Klasse durch. Silvia besuchte auch das Gymnasium von Ivan Kupec in Hlohovec, wo sie für die SchülerInnen einen Mathtrail auf dem Hauptplatz von Hlohovec vorbereitete und durchführte. Während der Wissenschafts- und Technologiewoche führte Veronika Bočková an der Grund- und Mittelschule Pribina in Nitra mit allen Schülern der 5. Klasse einen Trail zur Wiederholung der natürlichen Zahlen durch.

Auch an vielen weiteren Orten wurden in diesem Herbst in der Slowakei Mathtrails durchgeführt. Zu den aktiven Schulen gehörten Beispielsweise noch die in der Grund- und Hauptschule in Kanianka, das M.R.Štefánik Gymnasium in Nové Mesto nad Váhom, die private Grund- und Hauptschule in Nová Dubnica, die St. Joseph’s United School in Nové Mesto nad Váhom und die Kukučínova Primary School in Detva.

Wir freuen uns sehr über das große Interesse von Lehrkräften und Schulen an MathCityMap in der Slowakei und wir sind gespannt, wie sich die Community dort in 2023 weiter entwickelt.

Das Webportal und die App von MathCityMap wird nun auch im Onlineportal von Bildung & Begabung, dem Begabungslotsen vorgestellt.

Der Begabungslotse ist ein Webportal, welches sich zur Aufgabe gemacht hat qualitätsgesicherte Informationen rund um die Themen, Individuelle Förderung, Talententwicklung und Begabungsförderung für interesierte Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie außerschulischen Bildungspraktikerinnen und Bildungspraktikern zur Verfügung zu Stellen und damit einen Beitrag zur Chancengleichheit in der Bildung zu leisten.

Mittlerweile gibt es im Portal der Begabungslotsen über 5.500 Einträge und das Angebot ist zusätzlich mit Podcasts, Videos und Downloads angereichert.

Die Einträge zu MathCityMap sind für das Webportal hier, und für die App hier abzurufen.

Liebe Nutzer:innen von MathCityMap,

am Ende des Jahres 2022 wollen wir wie jedes Jahr einen kurzen Rückblick auf die vielen tollen Ereignisse und Entwicklungen wagen, die die vergangenen Monate für MathCityMap bereit hielten:

  • Über 20.000 neue Aufgaben wurden in diesem Jahr im System angelegt, sodass wir nun insgesamt über 50.000 Aufgaben im MathCityMap-Portal zählen, von welchen ca. 15.200 Aufgaben veröffentlicht sind. So starke zuwächse an Aufgaben gab es bisher in noch keinem Jahr von MathCityMap!
  • Insgesamt wurden in 2022 45.000 Mathtrails gedownloadet. Zusätzlich wurden 2.700 Digitale Klassenzimmer mit insgesamt ca. 12.400 Teilnehmenden durchgeführt und es wurden fast 1.700 Badges an MCM-Autoren vergeben.
  • Ebenfalls konnten wir einen Rekordanstieg der registrierten Nutzer*innen verzeichnen: Ca. 8.000 neue MathCityMap-User:innen haben sich im System angemeldet, womit die MCM-Community auf über 18.000 Mitglieder angewachsen ist und sich so innerhalb eines Jahres fast verdoppelt hat.
  • Auch in unserem Team konnten wir einen Neuzugang verzeichnen. Hier unterstützt uns Patrick André Müller seit diesem Jahr und sorgt gemeinsam mit unserem technischen Team dafür, das MathCityMap weiterhin reibungslos für Sie funktioniert.
  • Unser Erasmus+Projekt MaSCE³ (Math Trails in School, Curriculum and Educational Environments of Europe) wurde erfolgreich abgeschlossen. Wir bedanken uns hierfür insbesondere bei unseren europäischen Partnern aus Portugal, Frankreich, Estland und Spanien für die fantastische Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes und wir sind schon sehr gespannt, wie sich eine Zusammenarbeit in Zukunft gestalten kann.
  • Auf internatioanlen Veranstaltungen durfte MCM natürlich auch nicht fehlen. So konnten wir und unsre Partner das System und seine neuesten Entwicklungen auf der CERME Konferenz oder auf dem ‚Tomorrow Summit‘ in Porto vorstellen. Außerdem gab es wieder zahlreiche Fortbildungen und Aktivitäten, die MathCityMap Forschenden, Lehrkräften und Schüler*innen näher brachten.
  • Auch das im Rahmendes MaSCE³-Projektes gestartete Partnerschulprogramm wurde weitreichend ausgebaut. So gibt es mittlerweile 30 offizielle MathCityMap Partnerschulen in insgesamt 8 Ländern die den Bewerbungsprozess  erfolgreich durchlaufen haben und wir freuen uns bereits auf viele weitere Bewerbungen aus aller Welt.
  • Das im letzten Jahresrückblick vorgestellte e-Learning Tool ASYMPTOTE, das seine Wurzeln in MCM@Home hat ist nun vollumfänglich für adaptives und synchrones Distanzlernen nutzbar und wir sind schon jetzt begeistert, wie positiv die erste Resonanz hierzu ist.

Wir sind wieder einmal überollt von den fantastischen und aufregenden Weiterentwicklungen des MCM-Systems und nicht zuletzt der Community. Vielen Dank Ihnen für Ihre Freude und Ihre Bereitschaft Mathematik neu zu erfahren und Lernenden einen einzigartigen Blick auf dieses tolle Fach und ihre Umwelt zu ermöglichen. Sie füllen MathCityMap mit Leben, neuen Aufgaben und Trails und tragen so entscheidend dazu bei Mathematiklernen und die Funktionen von MathCityMap stetig neu zu denken und zu verbessern.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2023. Wir freuen uns schon, viele neue Mitglieder in der MCM-Community begrüßen zu dürfen und neue, spannende Aufgaben in aller Welt entdecken zu können.

Ihr MathCityMap-Team

In diesem Monat möchten wir Ihnen gerne einen Trail aus einem Land präsentieren, welches bisher noch kaum in der MathCityMap Community sichtbar war. Der Mathtrail des Monats Dezember „Exploring the other side of Opuwo“ kommt aus der Stadt Opuwo in Namibia, wo es ebenfalls eine wachsende Begeisterung für MathCityMap gibt. Der Trail kann in der MCM App unter dem Code 5612172 abgerufen werden und ist ebenfalls im Webportal zu finden.

Der Trail besteht aus insgesamt 5 Aufgaben, die thematisch vor allem in den Bereichen Flächen und Volumenberechnung angesiedelt sind und in ihrer Komplexität vor allem für die 9. und 10 Klassenstufe geeignet sind. Oftmals haben die Aufgaben auch einen handwerklichen Bezug, was die Relevanz für die Lebenswelt besonders deutlich macht.

Die Highshool Lehrkraft Given Kahale Matengu , der wir unseren neuen Trail des Monats verdanken, erstellte in den vergangenen Jahren bereits mehrere weitere Mathtrails mit MathCityMap. In einem kleinen Interview berichtet sie uns von ihren bisherigen Erfahrungen mit MCM. Viel Spaß beim Lesen!

 

Wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen?

Ich lernte das MathCityMap-Projekt 2017 während meines M. Ed-Studiums an der Rhodes University in Südafrika kennen. In einer der Kontaktsitzungen lud mein Betreuer Professor Marc Schäfer Professor Matthias Ludwig nach Namibia ein (mein Heimatland, wo wir angehenden Lehrkräfte manchmal Kontaktsitzungen besuchen). Bei dieser Gelegenheit lernte ich die Funktionsweise des MCM-Projekts kennen, indem ich mit Hilfe und unter Anleitung von Professor Matthias Ludwig meine ersten MathCityMap Aufgaben erstellte.

 

Wo befindet sich Ihr Trail? Was ist das Besondere an Ihrem Trail?

Der Mathtrail „Exploring the other side of Opuwo“ befindet sich am südwestlichen Rand der Stadt und enthält fünf Aufgaben zu den Themen Länge, Fläche, Volumen und Proportionen. Dieser Trail sollte am besten außerhalb der Regenzeit begangen werden, da die meisten Stellen, an denen sich die Aufgaben befinden, überschwemmungsgefährdet sind.

 

Wie nutzen Sie MCM und warum?

Ich verwende die MCM-App als mobiles Werkzeug, um zu analysieren, wie Lehrer authentische Aufgaben verwenden können, um die Themen Länge, Fläche, Volumen, Verhältnis und Proportion für Schüler der 9 Klasse zu unterrichten. Mit einer Gruppe von neun Lehrern der Sekundarstufe erstellen wir Aufgaben im Schulumfeld, im Stadtzentrum und in der näheren Umgebung der Stadt Opuwo, die die Lehrer dann für den Unterricht im Freien verwenden. Ziel ist es, die Mathematik in der Gemeinde populär zu machen und gleichzeitig gegen die Politik vorzugehen, die die Verwendung von Smartphones in Lehr- und Lernkontexten in der Region und im ganzen Land verbietet.

 

Beschreiben Sie Ihre Lieblingsaufgabe auf dem Trail. Wie kann sie gelöst werden?

Meine Lieblingsaufgabe in diesem Trail ist die Aufgabe „Wand streichen“, bei der die Lernenden die Menge an Farbe in Millilitern berechnen sollen, die benötigt wird, um die Außenfassade eines Gebäudes zu streichen, wobei ein Liter Farbe eine Fläche von 6 Quadratmetern bedeckt. Diese Aufgabe kann gelöst werden, indem zunächst die Fläche der Wand berechnet und dann die Fläche der beiden rechteckigen Fenster abgezogen wird. Der nächste Schritt besteht dann darin, das Verhältnis 1 Liter : 6 Quadratmetern zu verwenden, um die benötigte Farbe zu berechnen.

Erstens lernen die Lernenden bei dieser Aufgabe, dass man auch in der Realität bei der Berechnung der Farbfläche, mathematische Modellierungen verwenden muss. Zweitens geht es bei der Lösung dieser Aufgabe um Messungen, so dass die Lernenden bei der Lösung der Aufgabe lernen können, wie man ein Maßband benutzt, wie man zwischen Einheiten umrechnet und wie man auf die nächste ganze Zahl abrundet. Drittens lehrt diese Aufgabe die Lernenden, dass man, wenn man eine Wand streichen will, eine Vorstellung davon haben muss, wie viel Farbe man verwenden will, und daher eine fundierte Entscheidung treffen muss, wie viel Farbe man kaufen soll. Zu viel Farbe zu kaufen, ist Geldverschwendung, und zu wenig Farbe zu kaufen, kann ebenfalls zu einem Problem werden, so dass derjenige, der die Wand streichen muss, sicherstellen möchte, dass die Schätzung genau ist.

 

 

 

Am 10. und 11. November fand in Porto die 5. Ausgabe des „Tomorrow Summit“ statt. Es handelte sich hierbei um eine Veranstaltung zum Thema Technologie und Innovation, die vom Akademischen Verband von Porto organisiert wird. In diesem Jahr wurde das Programm in besonderer Verbindung mit dem Europäischen Jahr der Jugend geplant.  Ziel dieser Veranstaltung war es, die Diskussion über das „Morgen“ zu führen. Auf dem Tomorrow Summit fanden die Teilnehmer ein breites Spektrum aus Innovation, Forschung und Technologie vor, das viele Besucher:innen anzog. 

Die Projekte MathCityMap und ASYMPTOTE waren bei dieser Veranstaltung vertreten, um innovative Ideen für den Mathematikunterricht vorzustellen. 

Wir freuen uns sehr , die nun schon sechste portugiesische Partnerschule, die Escola Secundária de Caldas das Taipas, in unserem Partnerschulnetzwerk begrüßen zu dürfen. Einen Bericht, über die bisherige Arbeit mit MathCityMap und die weiteren Pläne und Einsatzmöglichkeiten von Mathtrails schrieb die den Bewerpungsprozess anstoßende Mathematiklehrkraft Arminda Machado:

„An der ESCT (Sekundarschule von Caldas das Taipas) wurde die MathCityMap-Anwendung verwendet, um Mathtrails zu erstellen, eine Aktivität, die zur Aufwertung der Informations- und Kommunikationstechnologien und zur Entwicklung spezifischer Fähigkeiten in der Mathematik bei den Schüler:innen beitrug, nämlich des logischen Denkens und des Problemlösens.
In diesem Schuljahr haben die Schüler:innen, an unserer Schule das Erasmus+ Projekt Maths&Art in den Internationalen Tag der Mathematik, der am 14. März gefeiert wird, integriert. Im Zuge dessen wurde eine große Herausforderung für alle ESCT-MathematikschülerInnen gestartet, die darin bestand, Teams mit drei Mitglieder:innen zu bilden, die jede Klasse repräsentierten, um an einem Mathtrail mit MathCityMap teilzunehmen, der von ihnen selbst zusammengestellt wurde und auf dem Schulgelände implementiert war. Die Schülerinnen und Schüler nahmen diese Einladung mit Begeisterung an, und die Initiative, an der sich die gesamte Bildungsgemeinschaft beteiligte, war ein Erfolg.

Die Lehrgänge wurden außerhalb des Klassenzimmers und in einem realen Kontext durchgeführt, wobei die praktische und experimentelle Arbeit im Vordergrund stand, was die Lernmotivation der Schüler:innen erhöhte. Die Schüler:innen wanderten Kleingruppen und in ständiger Zusammenarbeit entlang der Trails, die von der zuvor auf ihren mobilen Geräten installierten MathCityMap-Anwendung geleitet wurden, und lösten eine Reihe von mathematischen Problemen, die sich auf Objekte oder Konstruktionen bezogen, die in den Außenbereichen der Schule vorhanden waren. Sie mobilisierten so die im Unterricht erworbenen grundlegenden Kenntnisse. In bestimmten Situationen benutzten die Schüler Messwerkzeuge wie das Maßband und den Winkelmesser, um die praktische Seite des Themas und die Bedeutung seiner Anwendung im Alltag anzusprechen. Die Tatsache, dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, bei der Erledigung dieser Aufgaben verschiedene Fähigkeiten wie Selbstständigkeit, kritisches Denken, Kreativität, Zusammenarbeit und Kommunikation zu entwickeln, macht den Einsatz dieses Instruments noch wichtiger. Nach Beendigung der Mathtrails konnten die Schülerinnen und Schüler die Lösungen und Ergebnisse der einzelnen Aufgaben im Unterricht mit dem Mathematiklehrer analysieren und diskutieren. Diese Art von Aktivität verleiht dem Unterricht eine neue Dynamik, die für die Schüler sehr attraktiv ist und den Bildungserfolg fördert.

Für das nächste Schuljahr ist ein Mathtrail in der Stadt Guimarães geplant, der mit mathematischen Problemen im Zusammenhang mit Denkmälern des historischen Zentrums verbunden ist und von Schüler:innen der Partnerschulen aus Spanien, Finnland, Italien und der Türkei während des im Rahmen des Erasmus+-Projekts Maths&Art geplanten Schüleraustauschs im ESCT durchgeführt werden soll. Neben der Erweiterung der Kenntnisse im Bereich der Mathematik und der Informations- und Kommunikationstechnologien zielt dieser Trail auf die Entwicklung interkultureller und sprachlicher Fähigkeiten ab.“

Das Paket mit der offiziellen Partnerschulplakette und den MCM-Messinstrumenten befindet sich bereits auf dem Weg nach Portugal und wir freuen uns schon sehr auf weitere Bewerbungen aus aller Welt.

Alle weiteren Informationen zum Partnerschulprogramm und den Voraussetzungen für die Bewerbung finden Sie sowohl im Artikel zur ersten MCM Partnerschule als auch auf der Homepage unseres Projektes MaSCE³.

Auch in Spanien gibt es immer mehr offizielle MathCityMap Partnerschulen. Die mittlerweile vierte spanische Schule, die sich erfolgreich im Partnerschulprogramm beworben hat ist die IES Santa Eulalia, in der Stadt Mérida. Im Rahmen der Bewerbung, die von der Mathematiklehrerin María Bravo Conde initiiert wurde, wurden insgesamt drei Mathtrails erstellt und mit Schüler:innen der Schule erprobt.

Zur Motivation MathCityMap in den Unterricht zu integrieren schrieb das Team der Schule wie folgt:

„Der Einsatz von MathCityMap ermöglicht es uns, die Mathematik näher an ein reales und alltägliches Umfeld heranzuführen, und unsere Schüler müssen in Gruppen zusammenarbeiten, selbstständig und kritisch Entscheidungen treffen, die Initiative ergreifen und verschiedene Optionen bewerten, um Lösungen zu finden.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Trail befindet sich hierbei direkt an der Schule, der zweite Trail befindet sich auf einer Insel im Fluss Guadiana, der durch Mérida fließt und der dritte Trail wurde in einem Park angelegt, den die Schüler:innen der Schule gut mit dem Bus erreichen können.

Die Trails sind unter folgenden Namen und Codes im MathCityMap System abrufbar:

  1. Ruta matemática por el IES Santa Eulalia (079113)
  2. La isla de Mérida (256425)
  3. El parque de las Siete Sillas (786348)

Das Paket mit der offiziellen Partnerschulplakette und den MCM-Messinstrumenten befindet sich bereits auf dem Weg nach Spanien und wir freuen uns schon sehr auf weitere Bewerbungen aus aller Welt.

Alle weiteren Informationen zum Partnerschulprogramm und den Voraussetzungen für die Bewerbung finden Sie sowohl im Artikel zur ersten MCM Partnerschule als auch auf der Homepage unseres Projektes MaSCE³.