Aller guten Dinge sind drei! Wir freuen uns sehr die nun schon dritte portugiesische Schule in unserem Partnerschulprogramm begrüßen zu dürfen. Auch die „Escola Básica e Secundária Pintor José de Brito“ hat erfolgreich den Bewerbungsprozess durchlaufen und ist nun damit die insgesamt vierte offizielle MCM-Partnerschule.

Zwei engagierte Mathematiklehrkräfte der Schule erstellten und erprobten hier die für die Bewerbung erforderlichen drei Mathtrails und schreiben ebenfalls einen kleinen Bericht über ihre bisherigen Erfahrungen mit MCM, den Sie weiter unten in diesem Artikel nachlesen können.

Auch hier ist das Paket mit den Messinstrumenten und die offiziellen Partnerschulplakette auf dem Weg zur Schule und wir freuen uns schon jetzt sehr auf weitere Bewerbungen aus aller Welt.

Alle weiteren Informationen zum Partnerschulprogramm und den Vorauusetzungen für die Bewerbung finden Sie sowohl im Artikel zur ersten MCM Partnerschule als auch auf der Homepage unseres Projektes MaSCE³.

 


 

Zwei Lehrkräfte (für Mathematik und Mathematik/ICT), die an der Escola Básica e Secundária Pintor José de Brito (Viana do Castelo, Portugal) arbeiten, haben gemeinsam drei Lehrpfade entwickelt und eingesetzt. Zwei davon waren für Schüler*innen der 12. und einer der Trails für Schüler*innen der 7. Klasse konzipiert und beide wurden mit Hilfe des digitalen Klassenzimmers umgesetzt. Zwei weitere Parcours, einer für Schüler*innen der 9. und einer für Schüler*innen der 10. Klasse, mit insgesamt 27 Aufgaben, die auf dem Schulgelände veröffentlicht werden, sind derzeit in Vorbereitung.

Die erstellten Aufgaben wurden in Gruppen von drei bis vier Schüler*innen gelöst, die mit Hilfe der MathCityMap-Anwendung auf Smartphones zusammenarbeiteten.

Durch die Anwendung dieser mathematischen Trails auf dem Schulgelände binden wir alle Schüler*innen in aktives Lernen ein und arbeiten an physischen, kognitiven und kooperativen Aspekten. Die verschiedenen Gruppen setzten bei der Lösung der Aufgaben Kreativität und unterschiedliche Formen mathematischer Darstellungen ein.

 

 

Wir bieten den Schüler*innen eine andere Lernerfahrung als die übliche, bei der Bewertung, Reflexion, kritische Mobilisierung von Informationen im Hinblick auf die Lösung von Aufgaben und die Stärkung des Selbstwertgefühls und des Wohlbefindens im Vordergrund standen.

Die Schülerinnen und Schüler, die sich normalerweise im Unterricht weniger beteiligen, waren in die Lösung der Aufgaben eingebunden und arbeiteten nicht nur mit Gruppenkollegen, sondern auch mit Schüler*innen der Jahrgangsstufe 12 zusammen, die sich an den Aufgaben beteiligen, je nachdem, wie wichtig sie diese für die Inhalteder nationalen Prüfungen einschätzten.

Sie sagten alle, es sei eine interessante Aktivität, die es ihnen ermöglicht, Mathematik auf eine andere Art zu erleben. Durch die Gamification Elemente bemühten sich die Schüler*innen ganz besonders, die maximale Punktzahl zu erreichen.

Es ist üblich, dass sich die Schüler*innen Fragen über die Bedeutung der Mathematik und ihre Anwendung im wirklichen Leben stellen. Die Durchführung der mathematischen Pfade auf dem Schulgelände ermöglichte es ihnen, die Anwendung verschiedener mathematischer Konzepte und Verfahren in der Welt um sie herum zu sehen.

 

Liebe Nutzer*innen von MathCityMap,

aktuell gibt es ein Problem mit der Android 11 Version der MathCityMap App. Unser IT Team konnte die Ursache des Problems glücklicherweise bereits identifizieren und beheben. Es kann nun ein Update im Google Play Store installiert werden, welches die App wieder wie gewohnt nutzbar macht.

Wir entschuldigen uns für etwaige Unnannehmlichkeiten, die durch diese Störung entstanden sind. Bitte schreiben Sie uns gerne an info@mathcitymap.eu falls wir Sie bei technischen Schwierigkeiten unterstützen können.

Ihr MCM-Team

Der Trail des Monats April wurde an einem malerischen Ort am Bodensee, auf der Insel der Stadt Lindau in Bayern erstellt. Zusammen mit seinem P-Seminar, einer besonderen Kursform in der bayrischen gymnasialen Oberstufe, erstellte hier die Lehrkraft Jan Neuendorf den „Lindauer Insel Mathtrail“, der in der MCM-App unter dem Code 376526 abrufbar und im Webportal von MathCityMap hier verfügbar ist.

Entlang des Hafens und durch die lindauer Altstadt schlängelt sich der Trail über die gesamte Insel und integriert diverse Sehenswürdigkeiten der Stadt, was ihn nicht nur mathematisch, sondern auch architektonisch und historisch sehr interessant macht. Insgesamt enthält der Trail zehn Aufgaben, die im besonderen die Inhalte der achten und neunten Klasse in den Blick nehmen.

           

 

Ein Interview zum Hintergrund des Trails gibt Jan Neuendorf im folgenden Interview:

 

Wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen?

Gehört habe ich von dem Projekt das erste Mal von Kolleg:innen, welche in verschiedenen Fortbildungen darüber gesprochen haben. Anschließend informierte ich mich im Internet über das MathCityMap-Projekt detaillierter. Dabei kam mir die Idee ein P-Seminar im Fach Mathematik anzubieten, welches als Ziel hatte, einen Math-Trail auf der Lindauer Insel zu entwickeln und diesen über die MathCityMap-App Interessierten zugänglich zu machen. Das P-Seminar ist eine Besonderheit der gymnasialen Oberstufe in Bayern. Dieses unterstützt die Schüler:innen in ihrer Studien-und Berufsorientierung und hat als inhaltlichen Schwerpunkt die Planung und Durchführung eines Projektes mit Fachbezug.

 

Wo liegt Ihr Trail? Was ist das Besondere an Ihrem Trail?

Der Trail liegt auf der Insel Lindau im Bodensee. Die Insel bietet mit ihrer historischen Altstadt, den engen Gassen, den mittelalterlichen Bauwerken und dem malerischen Hafen mit Leuchtturm, Löwe und Bergblick eine einzigartige Kulisse für den ausgearbeiteten Mathetrail. Daher war es auch eine spannende Herausforderung, passende mathematische Aufgaben an Objekten auf der Insel zu entdecken und zu entwickeln. So vereint der Trail Sightseeing mit Mathematiktreiben, was eine spannende Kombination darstellt.

 

Wie nutzen Sie MCM und warum?

Bisher diente MCM als Leitidee für das P-Seminar im Fach Mathematik. Ziel der teilnehmenden Schüler:innen war es ein Mathetrail auf der Lindauer Insel zu planen und umzusetzen. Zukünftig wird der Trail dann in den Jahrgangsstufe 9 und 10 als Unterrichtsgegenstand außerhalb des Klassenzimmers oder im Rahmen unserer Projektwoche zum Einsatz kommen. Wünschenswert ist sicherlich auch, dass weitere Schulen im Raum Lindau den Trail für Unterrichtsgänge und Klassenaktionstage nutzen werden.

 

Beschreiben Sie Ihre Lieblingsaufgabe auf dem Trail. Wie kann sie gelöst werden?

Meine Lieblingsaufgabe des Trails ist die Aufgabe zum Mangturm am Lindauer Hafen. Einerseits ist die Aufgabe direkt am Hafen im Herzen Lindaus zu lösen, was der Aufgabe einen exponierten Platz innerhalb des Trails beschert. Andererseits ist es eine passende Aufgabe aus der Geometrie, bei der die Mathematik in der Praxis zu Anwendung kommt und bei der die Geometrie als Wissenschaft der Vermessung in ihrer ursprünglichsten Form nachvollzogen werden kann.
Gelöst wird die Aufgabe mit dem Strahlensatz. Das faszinierende ist ja die Tatsache, dass man mit Hilfe dieses Satzes Längen bestimmen kann, welche nur schwer oder auch gar nicht für eine Vermessung zugänglich sind.
Formt man den 2m langen Meterstab zu einem gleichschenklig, rechtwinkligen Dreieck und platziert diesen auf dem Hafengeländer so, dass man über die vom Auge entfernte Schenkelspitze des Meterstabs die Turmspitze anpeilen kann, ist man der Lösung nicht mehr weit. Nachdem man die horizontale Entfernung seines Standortes zum Mangturm mit Hilfe der Geländerelemente abgemessen hat, zählt man zu dieser Größe noch die Geländerhöhe hinzu und erhält so die Höhe des Turmes.

 

In diesem Artikel stellen wir eine sehr interessante Entwicklung in Ober-Ramstadt vor, eine Stadt im Süden des deutschen Bundeslandes Hessen. Dort hat Daniel Reckhard, ein Referendar der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule, einen Mathtrail der besonderen Art mit MathCityMap entwickelt. Ziel des sogenannten mathematischen Kulturpfades ist es, die Kultur der Stadt mit interessanten und kreativen mathematischen Entdeckungsmöglichkeiten zu verbinden und damit eine neue Perspektive auf die Mathematik zu gewinnen. Weiterführende Informationen zum Trail finden sich auf der Website der Stadt Ober-Ramstadt und ein Interview über die Hintergründe des mathematischen Kulturpfades mit dem Ersteller ist im folgenden zu lesen.

 

Wie entstand die Idee für die Verbindung der Themenbereiche Mathematik und Kultur?

Mathematik ist vor allem eines: eine Kunst. Sehr eloquent und mit der nötigen Muße beschreibt dies Paul Lockhart in „A Mathematician’s Lament: How School Cheats Us Out of Our Most Fascinating and Imaginative Art Form“. Eine Kurzfassung ist als PDF frei im Internet verfügbar und absolut lesenswert.

Mathematik als Kunst ist sehr inklusiv gemeint, dass Mathematik so verblüffend dazu geeignet ist, unser Universum zu beschreiben, ist ein Teilaspekt davon. Meine Lieblingsfächer sind die MINT-Wissenschaften und innerhalb der Mathematik ist mein Lieblingsgebiet die Statistik. Auch in der Statistik ist man erst heimisch, wenn man ihre Konzepte mit Erfahrung angefüllt und sie damit zum Leben erweckt hat, woraufhin man schaffend tätig werden kann. Also ist auch in der Statistik die Ästhetik im Wortsinn (aisthesis als „sinnliche Erkenntnis“) zentral.

Die typische Schulmathematik könnte kaum gegensätzlicher sein. Ich sehe mich gezwungen, ein überfülltes Curriculum durchzupauken, notwendigerweise oberflächlich und hastig. Ich muss Schüler*innen auf Prüfungsmathematik drillen und dazu mit stupiden Rechenverfahren, trockenen Formeln und sinnlosen Begriffen vollstopfen. So kamen meine pubertierenden Schüler*innen aus dem Distanzunterricht zurück in die Klasse und schon drohte der „Mathematikwettbewerb“ des Landes Hessen am Horizont, eine de facto Vergleichsarbeit, in der eine immense Themenbreite abgefragt wird. Und diese (durchaus internationale) Rigidität des Curriculums wird gemeinhin für das wahre Gesicht der Mathematik gehalten. Kein Wunder, für echtes Verstehen ist keine Zeit da.

Der zentrale Grund für die Verbindung ist also als entschiedener Gegenpol eines durch Kontrolle geprägten Unterrichts. Ein zweiter Grund ist, dass Mathematik ohnehin als Teil unserer Kultur untrennbar mit ihr verbunden ist. Ich hatte z.B. die Vorlesung „Mathematik im Kontext“ bei Prof. Burkhard Kümmerer besucht und mich mit viel Freude mit der Genese der Mathematik beschäftigt.

 

Warum haben Sie sich für die Umsetzung der Idee für MathCityMap entschieden?

Die Idee dazu hatte der Betreuer meiner pädagogischen Facharbeit, Steffen Burk. Ich hatte die Idee, einen Geocache zu legen, da hat er gemeint, es gäbe da etwas Besseres, weil es auf Schule zugeschnitten sei. Mein zweites Fach ist Informatik, ich arbeite mich gerne in neue Techniken ein. Und hier fand ich es auch spannend zu schauen, wie ich meine Ideen denn überhaupt in einer sehr geschlossenen Lernumgebung umsetzen kann. Wie bilde ich beispielsweise Phantasie ab, wie ermögliche ich, dass sich Mathematik entfaltet?

Denn das Kernprinzip hinter MathCityMap ist dasselbe wie schon bei der Skinner-Box, Lernende interagieren mit einer Maschine, allerdings draußen, also an realen Objekten. Und natürlich bezweckt Prof. Ludwig auch nicht, dass MathCityMap den Unterricht ersetzt, sondern empfiehlt es für bestimmt Szenarien, vor allem als Anwendungsvertiefung bereits gelernter Konzepte. Eine echte Begegnung der Lernenden mit grundsätzlich Neuem war also eine Herausforderung. Ich hoffe, dass mir das gut gelungen ist. Meine Schüler*innen hatten jedenfalls viel Spaß, ebenso Kolleg*innen, die den Trail vorher erprobt hatten.

Was mir und den Schüler*innen sehr gut gefallen hat, war das Rausgehen in die Welt. Es hat auf natürliche Weise zu einer Kooperation mit der Stadtverwaltung geführt und zu einer Öffnung des Trails für die Allgemeinheit. Das ist noch so ein Aspekt von Kulturschule: die Verbindung der Schulgemeinde mit den sie umgebenden Gemeinden. Das belebt auch die Mathematik. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist, dass die Benutzerfreundlichkeit es Schüler*innen ermöglicht, Aufgaben zu erstellen. So können sie unmittelbar kreativ tätig werden.

So könnte ich mir z.B. auch vorstellen, offene Aufgabenformate umzusetzen: zum Beispiel: „Wie sollte (mathematisches Objekt) gestaltet werden?“ Die Schüler*innen treffen per Trichterprinzip Annahmen bzw. wählen passende reale Objekte und ihre geschlossene MathCityMap-Aufgabe stellt somit eine Lösung der offenen Aufgabe dar.

 

Was gibt es alles auf dem Trail zu entdecken und zu lernen?

Ziel dieses Trails ist die kulturelle und ästhetische Seite der Mathematik zu zeigen, ihre Vielfalt, verborgene Muster, Symmetrien, aber auch wie mathematische Kulturtechniken unsere Welt prägen. Die Aufgaben sind im Vergleich zu anderen Trails bewusst recht leicht gehalten, nach der Erprobung habe ich die Aufgaben und Hilfen nochmal daraufhin angepasst, dass viele Schüler*innen die Aufgaben gut lösen können. Wie beim Informatik-Biber soll der Trail es ermöglichen, ohne große Vorkenntnisse eine positive Erfahrung mit Mathematik zu sammeln, die Lust auf mehr schafft.

Bei meiner Lieblingsstation entdecken die Schüler*innen, wie Zahlen (zum Beispiel ihre Lieblingszahl) wirklich aussehen, denn z.B. „4“ oder „vier“ sind nur Namen für eine Zahl, sie sind nicht die Zahl selbst. Das habe ich über eine Geogebraaktivität umgesetzt. Bei einer weiteren Station lernen sie, warum Gerüste immer Dreiecke enthalten, da sie diese nachbauen und die Mathematik so im Wortsinn „begreifen“. Das Material dazu ist an der Schule hinterlegt. Schulfremde können das Material mit einem Pfand von 10€ beim Rathaus ausleihen.

Bei wieder einer anderen Station spannen sie eine Zwölfknotenschnur auf und müssen verstehen, wie viele Steinplatten umspannt werden, entdecken also das Zerlegungsprinzip und somit die entscheidende Grundvorstellung für den Flächeninhalt beliebiger Vielecke. Eine Station (passenderweise die Bücherei) aktiviert die Phantasie und fragt, was denn alles entstünde, wenn man sich zum gegebenen Objekt (ein Schmuckfenster) noch das gespiegelte Objekt dazu denkt.

Und so ganz nebenbei wird etwas über die Kulturgeschichte erzählt, warum etwa ein Bach auf ein Mühlrad führt. Ich fand es beeindruckend, auszurechnen, mit welcher enormen Kraft dieses Rad gedreht wird. Zuletzt werden die Schüler*innen an verborgene Kulturstätten geführt, so hat unser kleiner Ort ein eigenes Museum, was vielen nicht bekannt ist.

Der Begriff der mathematischen Wanderung könnte kaum treffender sein als für den Trail des Monats März. Dieser kommt aus der größten Stadt der Schweiz, aus Zürich. Hier hat Roland Wiss, ein Mitglied der Schul- und Geschäftsleitung der LIPSCHULE Zürich, den Trail „Zählen, Messen, Berechnen und Schätzen zwischen Sechseläutenplatz und der Stadtgrenze“ angelegt, der in der MCM-App unter dem Code 257781 abrufbar und im Webportal von MathCityMap hier verfügbar ist.

Der Trail erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 2,8 km und führt dabei, wie der Titel bereits vermuten lässt, vom zentral gelegenen Sechsläuteplatz über einen Spazierweg entlang des Zürichsees bis zur Stadtgrenze. Entlang der Route, an der es nicht nur die wunderschöne, die Stadt Zürich umgebene Natur, zu bestaunen gibt, finden sich insgesamt zwölf interessante mathematische Aufgaben mit verschiedensten Inhalten. Gemeinsam haben allerdings die meisten, dass es scheinbar zu wenige Daten gibt um Sie zu lösen.

Das Konzept des Trails erläutert Roland Wiss unter anderem im folgenden Interview genauer:

 

Wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen?

Ich bin immer daran interessiert auf verschiedene Arten meinen Schüler:innen die Schönheit und das Spannende der Mathematik zu zeigen. Dazu gehören auch mathematische Fragestellungen aus dem Alltag und vor allem ausserhalb des Klassenzimmers. Aus diesem Grunde suche ich regelmässig im Internet nach spannenden Mathematikprojekte. Dabei bin ich auf das MathCityMap-Projekt, welches mich sofort angesprochen hat, gestossen.

 

Wo liegt Ihr Trail? Was ist das Besondere an Ihrem Trail?

Ich laufe jeden Morgen in Zürich vom Bahnhof Stadelhofen an die Lipschule und da ich ein grosser Fan von Fermi-Fragen bin, kam mir die Idee diesen Trail entlang meines Arbeitsweges zu gestalten. Als Fermi-Frage bezeichne ich ein Abschätzung über ein Problem, bei dem die Schüler:innen auf den ersten oberflächlichen Blick scheinbar keine oder nur ungenügend genaue Daten zur Verfügung haben. Wenn aber der Forscher- und der Detektivblick geweckt wird, fällt den Schüler:innen auf, dass sie die Frage in mehrere Teilprobleme zerlegen können, für die sie genaue oder angenäherte Lösungen finden können. Kombinieren und ergänzen Sie die Teilergebnisse, kommen sie auf ein Gesamtergebnis, welches dem tatsächlichem Wert sehr nahe kommt. Meine Schüler:Innen behandeln Fermi-Fragen gerne und sie lernen sehr viel dabei. Da war es für mich naheliegend einen Trail zum Thema «Zählen, Messen, Berechnen und Schätzen» zu gestalten. Da die Lipschule eine Gesamtschule mit verschiedenen Altersstufen ist, wollte ich einen Trail erstellen, welcher Aufgaben für viele Alterstufen beinhaltet. Hinzu kommt noch die wunderbare Lage am See und die Möglichkeit den Trail zu einem Tagesausflug mit (wenigstens im Sommer) einem Bad im Zürichsee zu erweitern.

 

Wie nutzen Sie MCM und warum?

Wir haben regelmässig eine Mathematikprojektwoche. Ein Workshop dieser Woche heisst «Mathematik draussen» und hat folgenden Inhalt : «Mathematik ist überall. Wir erkunden mit einem mathematischen Auge die Umgebung vom Sechseläutenplatz bis zur Lipschule». Da eignet sich die App MathCityMap hervorragend dazu. Besonders gefällt mir, dass die Schüler:innen dank der App draussen sind und viele Aufgaben in Teamarbeit lösen. Ebenso sind sie aktiv tätig und müssen mit geeigneten Hilfsmitteln die Aufgaben- und Problemstellungen lösen. Die Schüler:Innen lernen also nicht nur Mathematik sondern auch Teamarbeit und das Anwenden von geschickten Lösungs- und Organisationsstrategien.

 

Beschreiben Sie Ihre Lieblingsaufgabe auf dem Trail. Wie kann sie gelöst werden?

Meine Lieblingsaufgabe heisst «Flächeninhalt eines Sechseckes», da sie auf verschiedene Arten und von unterschiedlichen Altersstufen gelöst werden kann. Auf der einen Seite können die älteren Schüler über die Flächformel für das Sechseck 3*√3*s*s/2 und durch Abzählen der Pflastersteine entlang der Seiten die Anzahl bestimmen. Auf der anderen Seite hat es auf dem Platz noch flächengleiche Sechsecke, welche mit Pflastersteinen gefüllt sind. Jüngere Schüler:innen, welche die Flächenformel noch nicht kennen, können auf geschickte Art und Weise mit Abzählen und Schätzen die Anzahl bestimmen. Da die mit Pflastersteinen ausgefüllten Sechsecke alle ähnliche Muster haben, können die Schüler:innen auch noch darüber nachdenken, mit welcher Methode der Pflasterer die Pflastersteine ausgelegt hat. Es ist also ein Ort und eine Aufgabenstellung, welche zu vielfältigen Denkprozessen anregen kann.

Nach fast zwei Jahren ist es mal wieder so weit. Ein neuer Mathtrail holt sich den Titel des meistgedownloadeten Trails der Welt! Der bisherige Rekordhalter, der Trail MCM@home (Ffm a. M.) von Matthias Ludwig mit 477 App-Downloads, wurde nun von einem tollen Trail aus Jakarta in Indonesien abgelöst.

Der Trail Banteng Berhitung wurde von Yunas Chandra erstellt und seit seiner Veröffentlichung am 09.12.2021 bereits 569 mal in der MCM-App heuntergeladen.

Gratulation an den neuen Rekordhalter und wir sind gespannt, wann wir diesen neuen Rekord einstellen werden.

Ein kurzes Interview mit dem Ersteller des Mathtrails folgt jetzt in diesem Artikel. Viel Spaß beim Lesen!

 

Wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen?

Um ehrlich zu sein, hätte ich nie gedacht, dass mein Mathtrail so oft heruntergeladen werden würde. Das ist eine große Freude für mich. Dieser Mathtrail ist wahrscheinlich das Ergebnis des „Bimtek Penguatan Keterampilan Numerasi Guru Dikdas melalui Math City Map“, das vom Bildungsministerium veranstaltet wurde. Es handelte sich um eine Lehrerfortbildung, bei der alle Teilnehmer nach draußen gehen mussten, um eine Aufgabe und einen Trail zu erstellen, und „Banteng Berhitung“ ist mein Mathtrail, der aus Aufgaben von mir und von anderen Teilnehmern besteht. Daher denke ich, dass dieser Erfolg allen Teilnehmern an diesem „Bimtek“ gebührt. Insbesondere denjenigen, die die Aufgaben für meinen Trail erstellt haben.


Bitte beschreiben Sie Ihren Mathtrail.

„Lapangan Banteng“ ist ein historischer Platz in einer historischen Gegend, die früher als Weltevreden bekannt war. Früher konnten Schülerinnen und Schüler dort nur Geschichte lernen und die Schönheit von „Lapangan Banteng“ genießen, jetzt können sie auch etwas über Mathematik lernen. Die Schülerinnen und Schüler können ihre mathematischen Kenntnisse im wirklichen Leben anwenden und so ihre Rechenfertigkeiten erhalten und verbessern.

 

Wie nutzen Sie MCM und warum?

Ich verwende diese App wirklich gerne, denn sie kann uns Lehrern helfen, interessantere Lernsituationen zu schaffen, die in eine Aktivität im Freien eingebunden sind. Bislang nutzen Schülerinnen und Schüler ihre mathematischen Fähigkeiten nur selten für ihre Lebensprobleme. Mit MathCityMap können sie lernen, wie man sie anwendet, und sie vertiefen ihr Wissen über Mathematik.


Beschreiben Sie Ihre Lieblingsaufgabe auf dem Trail. Wie kann sie gelöst werden und was können Schülerinnen und Schüler daraus lernen?

„Die Stadt der Zusammenarbeit“ ist meine Lieblingsaufgabe. Um sie zu lösen, braucht man Rechenfertigkeiten, denn wenn Schülerinnen und Schüler diese nicht haben, werden sie die Antwort nie finden. Sie ist sehr einfach zu beantworten, aber man kann auch leicht eine falsche Antwort eingeben. Die Lernenden müssen die Fläche bestimmen auf der Keramikfliesen verlegt werden sollen und die Fläche dann durch die Größe der einzelnen Fliesen teilen.

 

Tolle Nachrichten aus der Slowakei! Dort sind nun 100 Mathtrails mit MathCityMap veröffentlicht worden. Die Trails wurden vor allem von Dozenten der Mathematikdidaktik, Doktorandinnen und Doktoranden sowie von Lehramtsstudierenden der Constantine the Philosopher Universität in Nitra erstellet. Außerdem hat MathCityMap eine strake Community innerhalb der Primarstufenlehrkräfte in der Slowakei.

Der 100. öffentliche Trail der Slowakei wurde in der kleinen Stadt Želiezovce von Réka Veszprémiová erstellt. Der Trail mit dem Titel „Matematická prechádzka v Schubert parku v Želiezovciach“ (Mathematischer Wanderpfad im Schubert Park von Želiezovciach) besteht aus fünf Aufgaben, ist für die 6. Klasse erstellt und umfasst verschiedenste Themen, wie die Flächeberechnung von Rechtecken oder das Finden des größten gemeinsamen Teilers.

Weiter so, liebe Slowakei!

Nur wenige Wochen nach der Vorstellung unserere ersten MCM-Partnerschule in Portugal können wir bereits eine weitere Schule in diesem tollen Programm begrüßen! Die „Escola EB1 do Cálvario“ hat erfolgreich den Bewerbungsprozess durchlaufen und ist nun damit ebenfalls eine offizielle MCM-Partnerschule.

Initiiert wurde der Prozess an der portugisischen Grundschule von drei Lehramtsstudierenden, die mit MathCityMap in ihrem Studium in Berührung gekommen sind.

Auch hier ist das Paket mit den Messinstrumenten und die offiziellen Partnerschulplakette auf dem Weg zur Schule und wir freuen uns auf weitere Bewerbungen aus Portugal, aber natürlich auch aus allen weiteren MCM-Ländern.

Einen kurzen Bericht einer der Lehramtsstudierenden zum Bewerbungsprozess können Sie weiter unten in diesem Artikel nachlesen und alle weiteren Informationen zum Partnerschulprogramm finden Sie im Artikel zur ersten MCM Partnerschule.

 


 

Wir sind eine Gruppe von angehenden Lehrern, die ihr Praktikum an der Escola EB1 do Calvário in Viana do Castelo, Portugal, absolvieren. Während unseres Masterstudiums haben wir uns für MCM interessiert und beschlossen, drei Mathtrails mit unseren Schülerinnen und Schülern auf dem Schulhof durchzuführen. Für die Erstklässler erstellten wir zwei thematische Trails, die sich auf die Inhalte bezogen, mit denen sie sich zu der Zeit beschäftigten, nämlich den Zahlenraum bis 10 und Geometrie, während wir für die Drittklässler einen abwechslungsreicheren Trail mit verschiedenen mathematischen Themen erstellten.

 

 

Das Ausprobieren der Trails war eine erfolgreiche Aktivität, die mit beiden Gruppen von Schülerinnen und Schülern während des Mathematikunterrichts durchgeführt wurde. Sie waren in der Lage, das, was sie gerade lernten, anzuwenden, waren motiviert, aus dem Klassenzimmer herauszugehen und mit Hilfe von Technologie (Tablets) zusammenzuarbeiten. Die Schülerinnen und Schüler hatten keine Schwierigkeiten, die App zu benutzen und die Position der Objekte zu erkennen, mit Ausnahme der Erstklässler, die die Hilfe der betreuenden Lehrkraft benötigten, um die Aufgaben zu lesen. Für uns als Lehrer im Vorbereitungsdienst war es eine sehr lohnende Erfahrung, die positiven Auswirkungen der MCM-Aktivität mit den Schülerinnen und Schülern zu erkennen und die Möglichkeit zu haben, Aufgaben in einem realen Kontext zu entwerfen, wodurch sie für die Schülerinnen und Schüler bedeutungsvoller wurden, als in der traditionellen Unterrichtsumgebung, in der sie bisher zu viel Zeit verbrachten. Wir werden MCM auf jeden Fall weiter nutzen!

 

Der Mathtrail des Monats Februar kommt aus Indonesien, genauer gesagt aus der Stadt Makassar auf der Insel Sulawesi. Hier erstellte die Lehrkraft Jamaluddin Tahuddin den Trail „Math Trail di Fort Rotterdam Makassar“ ein besonderer mathematischer Wanderpfad, der durch das historische Fort der Stadt Makassar führt. Der Trail kann im Webportal und in der App unter dem Code 157539 abgerufen werden.

Sie finden ein kurzes Interview mit dem Ersteller des Trails weiter unten in diesem Artikel. Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen?

Jedes Jahr gehen die hiesigen Schüler*innen auf eine Studienreise nach Fort Rotterdam. Sie arbeiten an einer Projektaufgabe, um einen Bericht zu erstellen, der von einem indonesischen Lehrer vorgegeben wird. Nachdem ich an einer Schulung zur Stärkung der Rechenfertigkeiten durch die App MathCityMap teilgenommen hatte, war ich daran interessiert, einen Mathematikpfad in Fort Rotterdam einzurichten. Zusätzlich zu den historischen Führungen können die Schüler*innen im Fort Rotterdam auch mathematische Aktivitäten durchführen. Diese Aktivitäten können außerdem viele Fächer einbeziehen, darunter Mathematik, Indonesisch, Englisch, Geschichte und Naturwissenschaften.

 

Bitte beschreiben Sie Ihren Mathtrail.

Fort Rotterdam ist einer der historischen Orte in der Stadt Makassar. Jeder, auch die Schülerinnen und Schüler in Makassar, kennen diesen Ort. Bisher haben sie Fort Rotterdam nur aus einer historischen Perspektive gesehen. Aber jetzt können sie Fort Rotterdam auch aus der Sicht der Mathematik betrachten. Im Inneren des Forts habe ich mehrere Objekte ausgewählt, die als arithmetische Kontexte dienen können. So können die Besucher von Fort Rotterdam nicht nur eine historische Führung machen, sondern auch eine Führung zum Thema Mathematik.

 

Wie nutzen Sie MCM und warum?

Die Schülerinnen und Schüler können die MathCityMap-Anwendung für Aktivitäten zum Üben von Rechenfertigkeiten außerhalb des Klassenzimmers nutzen.
Die Schülerinnen und Schüler werden in mehrere Gruppen eingeteilt und jede Gruppe besteht aus 3-4 Personen. Jede Gruppe benötigt nur ein Smartphone, sodass alle Schülerinnen und Schüler einbezogen werden können, auch wenn nicht alle ein Smartphone besitzen. Auch eine langsame Internetverbindung stellt kein Problem dar, da jeder Mathtrail, den die Schülerinnen und Schüler bearbeiten, zunächst heruntergeladen werden kann, so dass er auch offline genutzt werden kann. Die Lehrkräfte können außerdem anhand eines Arbeitsblatts, das über die MCM-Anwendung heruntergeladen werden kann, sehen, wie die Schülerinnen und Schüler die einzelnen Rechenaufgaben gelöst haben.

 

Beschreiben Sie Ihre Lieblingsaufgabe auf dem Trail. Wie kann sie gelöst werden?

Meine Lieblingsaufgabe ist „Gerbang Gereja“ auf dem Math Trail in Fort Rotterdam City in Makassar. Zusätzlich zu seiner einzigartigen Form können Schülerinnen und Schüler am Kirchentor auch den mathematischen Kontext des Objektes kennenlernen. Bei dieser Aufgabe sollen die Schülerinnen und Schüler die maximale Höhe eines Kastenwagens berechnen, der Kulturgüter in das Gebäude transportieren soll. Der Wagen hat eine Breite von 167 cm. Um diese Aufgabe zu lösen, müssen die Schülerinnen und Schüler die Beziehung zwischen dem Radius des Kreises, der Steigung und dem Abstand des Kreises vom Mittelpunkt des Kreises kennen.
Dabei ist die Breite des Wagens die minimale Segmentlänge und der Abstand vom Kreismittelpunkt die maximale Höhe des Wagens. Um die Aufgabe zu lösen, müssen die Schülerinnen und Schüler also zunächst die Breite des Tors messen, die dem Durchmesser des halbrunden Tors entspricht.

Wir sind mehr als glücklich, die nächste MCM Partnerschule begrüßen zu dürfen! Die „Jaime Cortesão Secondary School“ hat erfolgreich den Bewerbungsprozess durchlaufen und ist damit die erste MCM Partnerschule in Portugal.

Inspiriert wurden die Lehrkräfte der Schule durch den MCM-MOOC im vergangenen Jahr und die Trails wurden von Masterstudierenden, die an der Schule tätig sind erstellt und mit den Schülern erprobt.

Das Paket mit den Messinstrumenten und der offiziellen Partnerschulplakette befindet sich nun auf dem Weg zur Schule und wir freuen uns schon sehr auf weitere Bewerbungen von Schulen.

Ein kleiner Bericht der Schule zum Bewerbungsprozess können Sie weiter unten in diesem Artikel nachlesen und alle weiteren Informationen zum Partnerschulprogramm finden Sie im Artikel zur ersten MCM Partnerschule.

 


 

Gemeinsam mit dem betreuenden Lehrer entwickelten die Masterstudierenden die Aktivität „MathTrails“ für die Schüler der Escola Secundária Jaime Cortesão. Diese Aktivität wurde mit Hilfe der Plattform MathCityMap erstellt, die in einem der Fächer der Praktikanten aus dem Masterstudiengang für Mathematikunterricht an der Universität Coimbra erforscht wurde.

Die erstellten Pfade heißen „Matematicando por Coimbra“ (Code: 497843) und “ π-sando as ruas de Coimbra“ (Code: 697842). Unsere Schülerinnen und Schüler überspielten die App auf ihre Handys, wodurch sie Zugang zu den Trails und zum digitalen Klassenzimmer erhielten, das von den Praktikanten zur Kontrolle der Schüler und zur Überprüfung ihrer Ergebnisse genutzt wurde. Nach Abschluss aller Aufgaben erhielten die Schüler ein Teilnahme-Diplom. Die Gewinner der Aktivität wurden außerdem mit Medaillen belohnt, die von den Praktikanten gestaltet wurden.

 

 

Im Allgemeinen gefiel den Schülern die Aktivität sehr. Sie gaben an, dass die Aufgaben das richtige Maß an Komplexität aufwiesen und es ihnen ermöglichten, einige der in früheren Jahren gelernten Konzepte wieder in Erinnerung zu rufen. Sie stimmten auch darin überein, dass die Aktivität nützlich war, um ihr neu erworbenes mathematisches Wissen zu festigen.

Das Ziel der Praktikanten war es, den Schülern zu zeigen, dass Mathematik überall vorkommt, und zwar durch eine andere und dynamische Aktivität, bei der sie die Welt um sich herum erkunden konnten. Nach Meinung der Schüler wurde dieses Ziel erfolgreich erreicht.