Melis Yaren, Mathematiklehrerin an der Carl-Zuckmayer Realschule in Nierstein, organisierte für und mit ihrer 6. Klasse einen „Mathetag“. An verschiedenen Stationen eröffneten sich dabei neue Perspektiven auf die Mathematik – MathCityMap wurde natürlich auch eingesetzt. Nachfolgend berichtet Melis Yaren über den „Mathetag“.

 

Worum geht es beim Mathetag? Was haben die Schülerinnen und Schüler hier gemacht?

Ich habe mit meiner Klasse 6b einen Mathetag organisiert (nur im Klassenverband wegen Corona). Es gab insgesamt 5 verschiedene Mathe Stationen und in jeder Station verschiedene Mathe Aufgabenstellungen. Das Ziel ist, dass ich den Schülern anhand dieser Stationen verschiedene Blickwinkel auf die Mathematik anbiete. Bei der 1.Station „MathCityMap“ haben die Schüler die Aufgaben/Route von MCM vorgestellt, die wir im Mathe Unterricht vorher im Schulhof gelöst haben. Im Mathetag haben sie auch selbst neue Aufgaben für die App im Schulgelände gefunden. Bei der 2. Station „Mathe digital lernen“ haben die Schüler die digitalen Apps und Webtools präsentiert, die wir bis jetzt mit den Tablets im Mathe Unterricht gelernt und geübt haben. Bei der 3. Station „Mathe spielerisch lernen“ hatten wir Mathespiele, Tangram, Geobretter, Würfel und Glücksrad-Experimente. Bei der Station Nr. 4 haben sie Fermi-Aufgaben gelöst und vorgestellt. Bei der 5. Station „Schätzen“ haben sie die Schätzaufgaben (mit Smarties, Bohnen, Schokobons usw.) für ihre Klassenkameraden und Lehrer vorbereitet. 

 

Wie wurde dazu MathCityMap eingesetzt?

Die Schüler der 6b haben die Aufgaben im Mathe Unterricht draußen gelöst und später im Mathetag (am 10.11) vorgestellt. Die Route „Carl Zuckmayer Realschule Plus“ wurde letztes Jahr veröffentlicht – diese hatte ich für meine Projektgruppe erstellt (hier geht’s zum Bericht). Die Aufgaben „Grillhütte“ und „Sportplatz“ waren für die Kids am besten geeignet.

 

Wie was das Feedback Ihrer Schülerinnen und Schüler zum Mathetag und insbesondere zu MathCityMap?

Es hat den Schülern auf jeden Fall Spaß gemacht, dass sie Mathe an dem Mathetag aus der anderen Perspektive erlebt haben. Besonders die App MCM!!! Der Vorschlag kam von den Schülern: sie wollten im Schulgelände neue Aufgaben für MCM finden, selbst entdecken und digital erstellen. Jetzt fragen Sie in jeder Mathestunde ob wir rausgehen und draußen Mathe machen können 🙂 

In den letzten Wochen hat das MCM-Team fleißig gewerkelt. Nun stellen wir Ihnen einen neuen PDF-Trailguide zur Verfügung, welcher neben der Smartphone-App als Papiervariante eingesetzt werden kann:

Sie finden den Trailguide wie gewohnt in der Menüleiste unterhalt des Titelbildes Ihres gewählten Mathtrails. Bei Klick auf das PDF-Symbol bieten sich drei Möglichkeiten: Wählen Sie die Option „Arbeitsblatt“, um den neuen Trailguide herunterzuladen. Wie gewohnt finden Sie dort auch die ursprüngliche Standardversion für die Lernenden sowie das Begleiter-PDF für die Lehrenden.

Anders als in der Standardversion erhalten die Lernenden ein Karopapier zum Rechnen. Ebenso findet sich hier Platz zum Eintragen der Messergebnisse sowie ein Ergebnisfeld.

Wir wünschen viel Spaß mit dem neuen Trailguide!

Drei 8. Klassen der Schule am Ried in Frankfurt (Stadtteil: Bergen-Enkheim) haben sich mit MathCityMap bzw. MathCityMap@home auf den Hessischen Mathematikwettbewerb vorbereitet.

Zwei Klassen bearbeiteten im Freien zwei Mathtrails, welche verschiedene Themen des Mathematikunterrichts abdecken: Von der Flächen- und Volumenberechnung über Terme und Prozentrechnung bis hin zur Stochastik und Kombinatorik:

Eine weitere Klasse bearbeitete analoge Aufgaben im Sinne des MCM@home-Konzepts im Klassenraum:

Wir wünschen viel Spaß biem Ausprobieren!

Das Homeschooling während der Corona-Pandemie hat sowohl Lehrende, als auch Lernende vor neue Herausforderungen gestellt. Die Arbeitsgruppe MATIS I vom Institut für Didaktik der Mathematik und der Informatik der Goethe-Universität Frankfurt möchte genauer untersuchen, wie Mathematiklehrkräfte diesen Herausforderungen begegnet sind. Wir möchten daraus Konsequenzen, z.B. für die zukünftige Entwicklung digitaler Werkzeuge, ableiten.

Unter https://forms.gle/Pp786uAgwyMzxta39 haben wir einen Fragebogen angelegt. Die Bearbeitung dauert ca. 5-10 Minuten. Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und hoffen so einen gewinnbringenden Beitrag zum Lernen und Lehren im digitalen Zeitalter leisten zu können!

Wie kann Online- und Distance-Learning in Zeiten digitaler (Hoch-)Schullehre organisiert werden? In einem GDM-Beitrag hat das MathCityMap-Team hierzu MCM@home als eine Idee für das Lehren von Mathematik während der Corona-Pandemie vorgestellt.

 

Worum geht es bei MCM@home?

MCM@home greift wie gewohnt die beiden Komponenten von MathCityMap – nämlich das Webportal und die App – zurück. Während die Lehrenden Aufgaben im Webportal anlegen, können die Schülerinnen und Schüler diese mit Hilfe der MCM-App bearbeiten. Dabei erhalten sie Hinweise, ein Feedback zur Aufgabe sowie Einsicht in eine vorbereitete Musterlösung. Soweit wie gehabt.

Doch die Aufgabenformate unterscheiden sich natürlich: Nun werden die Aufgaben nicht mehr vor Ort an einem interessanten Objekt im Freien bearbeitet, sondern von Zuhause aus gelöst. Folglich werden alle notwendigen Informationen bereits in der Aufgabenstellung gegeben – oder können auf Basis des Aufgabenbildes gezählt, geschätzt oder gemessen werden.

Wieso sollte ich MCM@home einsetzen?

Viele Schülerinnen und Schüler beklagten während des Corona-Lockdowns einen (gefühlten) Mangel an persönlichem Feedback durch die Lehrkräfte. Zugleich stellten die Lehrenden fest, dass das technische Equipment und der Umgang mit Technologie hohe Hürden für das Distance Learning darstellen. Beide Probleme werden durch MCM@home bedient:

Bei Nutzung des Digitalen Klassenzimmers können Lehrende den Bearbeitungstand ihrer Lernenden in Echtzeit einsehen (E-Portfolio) und via Chat gezielte Rückmeldungen geben. Natürlich können auch die Lernenden den Chat nutzen, um gezielt nach Hilfestellungen zu fragen (siehe Bild). Damit bietet MCM@home die Möglichkeit, synchrone Online-Lehre durchzuführen.

Da lediglich ein Smartphone für MCM@home benötigt wird und fast alle Lernenden sicher mit modernen Handys umzugehen wissen, sind technische Barrieren und Probleme sind nicht zu erwarten.

Gibt es eine Fortbildung zu MCM@home?

Unser MCM@home-Konzept stellen wir im Januar im Rahmen einer Online-Lehrerfortbildung vor: Am 18.01.2021 bieten wir von 15:00-18:30 Uhr eine halbtägige MCM@home-Fortbildung (Titel: Digitales Lernen im Mathematikunterricht mit MathCityMap@home) an. Infos & Anmeldung finden Sie hier.

Gibt es bereits MCM@home-Trails?

Eine ganze Reihe an MCM@home-Trails haben wir Ihnen bereits im Frühjahr vorgestellt. Diese finden Sie hier. Zwei Beispiele für MCM@home-Trails möchten wir hier knapp skizzieren:

  • Mathe-Adler Rätselspaß (Code: 282593) für Lernende der 3. & 4. Klasse. Der Trail entstand für die jüngste Lerngruppe der mathematischen Begabtenförderung Junge Mathe-Adler Frankfurt unter Leitung unserer MCM-Educatorin Simone Jablonski.
  • OSK meets MCM: Algorithmen & Modellieren (Code: 343258) für Lehramtsstudierende des Gymnasiums. In der Lehrveranstaltung „Didaktik der Oberstufenkurse“, welche von Gregor Milicic und Simon Barlovits aus dem MCM-Team betreut wird, sollen die Lernenden eigene MCM@home-Trails entwickeln. Die Trails sollen gleichermaßen schulmathematische und didaktische Fragen beinhalten. Einen Beispieltrail zu Algorithmen & Modellieren haben wir bereits vorbereitet.

In den vergangenen Wochen präsentierten wir auf unserer Website eine Vielzahl an Mathtrails, welche im Rahmen unseres preisgekrönten MathCityMap-Seminars an der Goethe-Universität Frankfurt entstanden sind. All jene Pfade wurden von Studierenden vor Ort getestet und haben zudem unser Experten-Review durchlaufen. Zuletzt haben wir Ihnen in dieser Rubrik den Trail „Der Sinaipark“ von Isabella Unkart vorgestellt.

Zum Abschluss der Rubrik küren wir den Mathtrail von Jens-Peter Reusswig zum Trail des Monats Oktober. Der Trail bietet nicht nur eine Vielzahl an mathematischen Entdeckungsmöglichkeiten, sondern ermöglicht fächerverbindenden Unterricht: Alle Aufgaben des Trails „Zur Dicken Tanne“ weisen Bezüge zur Ökologie auf: Die Schülerinnen und Schüler lernen durch das Bearbeiten dieses Trails nicht nur mathematische Inhalte, sondern werden auch für biologische Sachverhalte und Themen sensibilisiert. Nachfolgend präsentieren Teil 1 unseres Interviews mit Jens-Peter Reusswig.

 

Wie bist Du auf das MathCityMap-Projekt gestoßen? Hast du MCM schon vor dem Mathtrail-Seminar kennengelernt und genutzt?

Erfahren habe ich vom MathCityMap-Projekt erstmals im mathematikdidaktischen Vertiefungsseminar „Unterrichtsideen in der Sek I & II unter den Gesichtspunkten der Analysis“ von Frau Schubert im letzten Semester. Die App wurde uns von einem Kursteilnehmer vorstellt und wir konnten dann einen kurzen Pfad selbst ablaufen. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich die App nur aus User-Sicht, nicht aber aus dem Blickwinkel eines MathCityMap-Autors.

Beschreibe kurz die Hauptinhalte des Seminars.

Der Hauptinhalt des Seminars bestand darin, die Idee hinter MCM zu verstehen, die Web- als auch App-Anwendung kennenzulernen und schließlich einen Trail schrittweise selbst zu entwickeln. Der Anfang bestand daher aus der Erarbeitung theoretischer Grundlagen, um zu wissen, wo MCM seinen Ursprung hat und die Potenziale außerschulischer Lernorte abschätzen zu können. Danach wurde das Seminar schrittweise praxisorientierter und wir lernten MCM nicht nur aus der Schüler-, sondern auch aus der Autorenperspektive kennen.

Corona-bedingt ließ sich das Expertenteam auch einiges einfallen, sodass der digitale Austausch mal aus einem Podcast, einer Videobotschaft oder einer Forumsdiskussion bestand.

Im Seminar habe ich gelernt, …
1. welche Kriterien eine MCM-Aufgabe erfüllen muss und welche Aufgabenvariationen sich daraus auf den verschiedenen Begriffsverständnisebenen nach Vollrath ergeben können.
2. dass es nicht schlimm ist, wenn eine Aufgabe mal mehrere Überarbeitungsschleifen durchläuft.
3. es sich lohnt, ab und zu auf den Aufgaben-Wizard zurückzugreifen.
4. man einen Trail einfach mal selbst bearbeitet haben muss, um zu wissen, worauf es ankommt.
5. hinter MCM ein erfahrenes Expertenteam steht, das die Weiterentwicklung der App und des Portals mit Herz und Seele vorantreibt.

Beschreibe deinen Trail in einigen Worten.

Der Trail nahe Freigericht / Somborn führt entlang des Waldlehrpfades zum Vereinsheim zur „Dicken Tanne“ der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald auf dem Spessartbogen-Wanderweg. Auf dem Rundweg ist man zu Gast in einem Wunderwerk der Natur. Der Wald ist Erholungsort, Kohlendioxidspeicher und Wirtschaftsraum zugleich, aber vor allem ist er ein grenzenloses Klassenzimmer.

Der Trail verläuft durch diesen vielseitigen Lernort und verbindet dabei mathematische Herausforderungen mit ökologischem Hintergrundwissen zu einer ganz besonderen Lernerfahrung – innerhalb und außerhalb der App. Dadurch wird nicht nur das Mathematik-Können trainiert, sondern auch das Wissen über den Wald und dessen Bewohner gefördert. Schließlich gilt: Nur was man kennt, das schützt man auch!

Warum hast du dich für einen Trail mit dem Themenschwerpunkt Ökologie entschieden?

Ich bin zum Themenschwerpunkt Ökologie gelangt, weil ich einen außerschulischen Lernort gesucht habe, der vielen Lernenden vertraut ist und bedeutungsvolle Fragestellungen beinhaltet, die sich mit mathematischen Werkzeugen klären lassen.

Mit dem Ökosystem Wald hatte ich eine passende Umgebung gefunden, die darüber hinaus zum Entdecken anregt, Lernende zum Staunen bringt und mit allen Sinnen erlebt werden kann. Der Trail integriert dazu das Lernangebot vor Ort, das seit jeher Spaziergänger über den Wald als Lebensraum informiert und ihnen erklärt, warum dieser so schützenswert ist.

Wie passt das zum fächerübergreifenden Lernen?

Fächerübergreifendes Lernen bedeutet, Zusammenhänge aufzuzeigen. Es gilt, Lernenden zu verdeutlichen, dass ökologische Fragen nicht ohne die Mathematik gelöst werden können und gleichzeitig, dass die Mathematik ohne die Ökologie ein wichtiges Anwendungsgebiet mit drängenden Zukunftsfragen verlieren würde. Durch die Verknüpfung beider Disziplinen sind mathematische Aufgaben plötzlich mit der Lebenswirklichkeit verbunden und in einem authentischen Anwendungskontext verankert.

Für welche Klassenstufen ist der Trail gedacht?

Da der Trail ein gutes Leseverständnis voraussetzt und oft mehrere Lösungsschritte erforderlich sind, ist die selbstständige Bearbeitung des Trails ab der 9. Klassen zu empfehlen. Erkunden Lerngruppen die Aufgaben aber in Begleitung, ist die Bearbeitung des Trails auch schon früher möglich.

Die Jungen Mathe-Adler fliegen wieder! Unsere mathematische Begabtenförderung für Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt und Umgebung unter Leitung von Simone Jablonski, Melanie Schubert und Steffen Burk startete in die neue Mathe-Adler-Saison gleich mit einem Highlight: Dem Absolvieren eines Mathtrails mit MathCityMap!

Unsere neuen Drittklässler und auch die Lernenden der sechsten Klasse bearbeiteten die Aufgaben an Seite ihrer Eltern mit großem Engagement und lösten so manches kniffliges mathematische Problem. Hier geht’s zu den absolvieten Trails:

Wir freuen uns schon auf die kommenden Sitzungen der Mathe-Adler, welche aufgrund der gegenwärtigen Situationen im MCM@home-Format digital absolviert werden. Viel Spaß & Erfolg!

MaSCE³ [Math Trails in School, Curriculum and Educational Environments of Europe] ist ein von Ersamus+ gefördertes Programm zur Weiterentwircklung von MathCityMap. Unser diesjähriges Treffen mit unseren Projektpartnern aus Frankreich, Spanien, Italien, Portugal und Estland sowie aus Deutschland musste aufgrund der gegenwärtigen Situation natürlich online stattfinden.

Nichtsdestotrotz können wir auf zwei sehr intensive und zugleich erfolgreiche Arbeitstage zurückblicken: Im Projekttreffen wurden neue Aufgabenformate, die Einbettung von Augmented-Reality-Elementen in unser System sowie die Entwicklung themenbasierter Trails reflektiert und diskutiert.

Wir danken allen Partnern für dieses tolle Treffen!

Auf der MEDA 2020 (Mathematics Education in the Digital Age) wurde das MathCityMap-System heute in zwei Beiträgen vorgestellt:

Ana Barbosa und Isabel Vale, Partner in unserem Erasmus+Projekt MaSCE³, präsentierten eine Studie zur Einstellung von Grundschullehrkräften zu digitalen Medien, genauer gesagt zum Unterricht mit MathCityMap. Der zugehörige Beitrag wurde in den MEDA-Proceedings veröffentlicht (S. 135-142).

Simon Barlovits, Mitarbeiter im Frankfurter MathCityMap-System, erläuterte in seiner Präsentation den Einsatz von themenbasierten MathCitMap-Mathtrails. Im Beitrag (gemeinsam mit Moritz Baumann-Wehner und Matthias Ludwig) wird zudem ein Leitfaden zur Erstellung themenbasierter Trails vorgelegt. Der Beitrag findet sich in den MEDA-Proceedings auf den Seiten 143-150.

Kaum zu glauben, aber die drei MoMaTrE-Projektjahre gehen am Montag zu Ende. Um die Outputs und Ergebnisse rechtzeitig fertigzustellen, haben wir uns in der vergangenen Woche mit den Partnern zum Abschlussmeeting in Lissabon getroffen. Alle sieben Outputs konnten erfolgreich fertiggestellt und auf der MoMaTrE-Projektwebseite www.momatre.eu im Bereich „The Project“ hochgeladen werden.

Neben intensiven Arbeitsphasen haben wir vor Ort Aufgaben angelegt und die portugiesische Kultur bei Fado-Musik wertgeschätzt. Unser herzliches Dankeschön geht an alle involvierten Partner, ihre Ideen und ihr Engagement in den letzten Jahren. Es war eine tolle Zeit, in der wir sehr viel für die europäische Mathtrail-Community erreicht haben!