Der nächste Trail in unserer Rubrik „Getestete Pfade im Rhein-Main-Gebiet“ führt uns in den Hanauer Stadtteil Großauheim. Dort hat unsere Studierende Martina Kranz den Mathtrail Großauheimer Altstadtangelegt. Der Trail entstand im Rahmen unseres Mathtrail-Seminars an der Goethe-Universität Frankfurt. Alle Pfade wurden von Studierenden vor Ort getestet und haben zudem unser Experten-Review durchlaufen. Zuletzt haben wir Ihnen in unserer Rubrik „Getestete Pfade im Rhein-Main-Gebiet“ den Trail Stadt Schlüchtern 7/8“ von Johanna Walter vorgestellt.

Informationen zum Trail:
Name: Großauheimer Altstadt
Code: 142900
Ort: Hanau – Großauheim
Zielgruppe: 6./7. Klasse

Dieser Trail führt durch die wunderschöne Altstadt des Hanauer Stadtteil Großauheim. In kleinen Gruppen können die Schülerinnen und Schüler mathematische Aufgaben rund um die Alte Langgasse lösen.

Der Trail „Großauheimer Altstadt“ behandelt mathematische Themen, die in der Doppeljahrgangsstufe 5/6 behandelt werden. Aus diesem Grund bietet sich ein Einsatz des Trails am Ende der sechsten Jahrgangsstufe oder zu Beginn der siebten Jahrgangsstufe, um Themen aus den letzten Jahren wieder in Erinnerung zu rufen. Folglich sind die Aufgaben des Trails breit gefächert. Sie reichen von einfachen Kombinatorikaufgaben über die Bruchrechnung bis zu unterschiedlichen Aufgaben aus dem großen Feld der Geometrie.

Beispielaufgabe: Wie weit ist es nach Großkrotzenburg?

Die Aufgabenstellung lautet: Wie weit ist die Strecke von Großkrotzenburg bis in die Hanauer Innenstadt? Berechne! Gebe dein Ergebnis in cm an. Die Lernenden können die benötigen Informationen auf einem Wegweiser ablesen. Die eigentliche Herausforderung stellt dann die Umrechnung der 4km + 4,5 km = 8,5km in Zentimeter dar.

In italienischen Turin finden wir unsere neue Aufgabe der Woche. Hier erstellte die Lehrerin Michela Viale die Aufgabe „I blocchi da arrampicata del Parco Mennea“ (dt.: „Die Kletterblöcke im Mennea-Park“), in welcher die sichtbare Oberfläche von gestapelten Dodekaedern berechnet werden soll.

Frau Viale, wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen?

Ich bin vor vier Jahren auf MCM aufmerksam geworden, als ich einen Online-Mathematikkurs an der Universität von Turin besuchte. Damals legte ich auch meine erste MathCityMap-Aufgabe an. Durch die Teilnahme an einem anderen MOOC im Frühjahr 2020, bei dem ich einen mathematischen Pfad zum MCM erstellen musste.

Ich bin Lehrerin an einer Mittelschule (Lernenden von 11 bis 14 Jahren) und finde es faszinierend, „echte Problemsituationen“ für meine Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Durch den Einsatz des MCM kann ich für meine Schüler mathematische Problemlösungen im Freien organisieren.

Beschreiben Sie Ihre Aufgabe. Wie kann sie gelöst werden?

Meine Aufgabe befindet sich in einem Park in Turin (Parco P. P. Mennea). Es handelt sich um einen Kletterblock für Kinder, der aus drei Dodekaedern besteht. Da die Blöcke aufeinandergestapelt sind, besitzen sie einige gemeinsame und somit nicht sichtbare Seiten. Die Aufagbe verlangt von den Lernenden, die Fläche der freiliegenden Seiten zu berechnen, also eben jene Fläche, die sie nemalen könnten. Hierfür müssen sie die Dodekaeder erkennen, die Anzahl der Seiten zählen, die sie malen könnten, und die Fläche einer Seite berechnen, welche ein regelmäßiges Fünfeck ist.

Welche didaktischen Ziele verfolgen Sie mit der Aufgabe?

Ich möchte verschiedene didaktische Ziele anregen: Das Erkennen von Körpern und ebene Figuren in unserer Umwelt, deren Vermessund sowie deren Oberflächenberechung. Im Allgemeinen denke ich, dass MCM sehr nützlich ist, um die mathematischen Kompetenzen zu verbessern. Daher werde ich werde während meiner Ferien auf Sardinien im August einen neuen Mathtrail entwickeln.

Im hessischen Schlüchtern hat unsere Studierende Johanna Walter den Mathtrail „Stadt Schlüchtern 7/8“ angelegt. Der Trail entstand im Rahmen unseres Mathtrail-Seminars an der Goethe-Universität Frankfurt. Alle Pfade wurden von Studierenden vor Ort getestet und haben zudem unser Experten-Review durchlaufen. Zuletzt haben wir Ihnen in unserer Rubrik „Getestete Pfade im Rhein-Main-Gebiet“ den Trail „Mathtrail am Rhein“ von Alysha Kremmelbein vorgestellt.

Informationen zum Trail:
Name: Stadt Schlüchtern 7/8
Code: 242888
Ort: Schlüchtern
Zielgruppe: 7./ 8. Klasse
Thema: Stochastik, Geometrie, Analysis

Der Trail befindet sich in der Stadtmitte von Schlüchtern und ist somit von den Schulen problemlos erreichbar. In Kleingruppen aufgeteilt, laufen die Schüler*innen am Schlösschen vorbei zum Altersheim. Danach geht`s weiter Richtung Synagoge. Auf dem Weg zur Mauerwiese legen die Schüler*innen an der evangelischen Kirche einen Zwischenstopp ein. Weitere zwei Aufgaben finden Sie am Ulrich-von-Hutten Gymnasium.

Ob es das jährliche Teichschwimmen nach den bestandenen Abiturprüfungen im U-v-H ist oder auch die Erbauung der Synagoge, in den Aufgaben werden alltägliche Gegenstände und Situationen aufgegriffen. Dadurch erfahren die Schüler*innen, wie viel Mathe auch in der kleinen Stadt Schlüchtern zu finden ist, wenn man nur aufmerksam hinschaut.

Der Mathtrail kann als Wiederholung der Themen aus der Klasse 7 und 8 eingesetzt werden, da Aufgaben zur Stochastik, Analysis oder auch Geometrie Bestandteil des Trails sind. Zur Bearbeitung des Trails benötigen die Kinder neben ihren Smartphones außerdem ein Maßband und ein Taschenrechner.

Beispielaufgabe: Das ist schwer!

„Wie viele Tonnen muss ein Fahrzeug transportieren dürfen, um alle Steine der Treppe auf einmal zu liefern? Ein m³ Stein wiegt 2300 kg.“  Hier müssen die Lernenden zunächst das Volumen der Steine ausrechnen. Dafür müssen sie die Formel für die Volumenberechnung kennen und die benötigten Werte genau abmessen. Im Zweiten Schritt müssen sie die Einheit umrechnen. Falls Schwierigkeiten auftreten, helfen ihnen die Hinweise weiter, um die Aufgabe zu lösen.

Am 20. Juli war es soweit: Sanne Kleinhenz, Schülerin am Rhön-Gymnasium in Bad Neustadt, legte im Rahmen eines Schulprojektes die 15.000 Aufgabe im MathCityMap-Portal an. Nach den Sommerferien werden die Schülerinnen und Schüler drei Trails in Bad Neustadt veröffentlichen. Wir sind schon gespannt! Im Folgenden erläutert uns Sanne Kleinhenz, wie MathCityMap an Ihrer Schule eingesetzt wird.

Liebe Sanne, wie hast du MathCityMap kennengelernt? Wie setzt ihr MCM in der Schule ein?

Ich bin Schülerin am Rhön-Gymnasium und wir arbeiten im P-Seminar mit MathCityMap. Das Projekt-Seminar in Bayern soll Oberstufenschülerinnen und -schüler auf die Studien- und Berufswahl vorbereiten. Im P-Seminar geht es generell darum, dass wir lernen, eigenständig und in Gruppen zu arbeiten. Wir (14 Schüler/innen) haben uns für das P-Seminar mit dem Namen MathCityMap (Leitfach Mathematik) entschieden. Zuerst haben wir uns mit der App und Website vertraut gemacht, indem wir zusammen einen kleinen Trail durch unser Schulhaus erstellt haben.

Aufgeteilt in drei Gruppen haben wir Aufgaben an verschiedenen Orten in Bad Neustadt erstellt. Dabei sollte es nicht darum gehen, dass jeder alleine seine Aufgaben macht, sondern dass wir zusammenarbeiten und zum Schluss drei abwechslungsreiche Trails haben. Vor den Sommerferien haben wir alle Aufgaben erstellt (jeder Schüler drei). Im neuen Schuljahr werden wir zusammen besprechen, welche Aufgaben in die Trails kommen und ob sie noch verbessert werden müssen.

Mit MathCityMap zu arbeiten eignet sich sehr gut für unser P-Seminar, weil am Anfang viel zusammen geplant werden muss, danach eigenständig die Aufgaben erstellt werden und es notwendig ist sich währenddessen ständig mit seinen Mitschülern auszutauschen.

Nun aber zur 15.000. Aufgabe – die Fragestellung der Aufgabe „Schuhgröße der Statue“ lautet: Schuhgrößen können mithilfe des Pariser Stichs bestimmt werden. Die Anzahl der benötigten Pariser Stiche für die Länge des Fußes ist die Schuhgröße. Ermittle die Schuhgröße der Statue und runde dein Ergebnis auf ganze Zahlen. ( 1 Pariser Stich = 2/3 cm). Was ist die Idee hinter der 15.000 Aufgabe bei MCM „Schuhgröße der Statue”?

Da diese Aufgabe wahrscheinlich die erste des Trails ist, soll sie als einfacher Einstieg dienen. Damit die Schüler von der Aufgabenstellung nicht verwirrt und gleich überfordert sind, soll der erste Hinweis deutlich machen, was der erste Schritt ist. Zuerst braucht man die Länge des Fußes, das heißt man muss ihn messen. Der erste Hinweis soll also zeigen, dass es einfacher ist, eine Aufgabe in Schritten zu lösen.

Um eine Aufgabe richtig lösen zu können, muss man immer verstehen, was genau verlangt ist. Der zweite Hinweis soll den Schülern auf die Sprünge helfen, wenn sie nicht wissen, was gefragt ist. Danach fehlt nur noch das tatsächliche Lösen der Aufgabe. Besonders schön bei dieser Aufgabe ist, dass sie auf verschiedene Weisen gelöst werden kann. Wie im letzten Hinweis angegeben, kann der Dreisatz verwendet werden. Ein anderer Gedankengang ist aber auch möglich (angedeutet im 2. Hinweis): Man fragt sich wie viele Pariser Stiche in die Fußlänge passen, also die Länge geteilt durch den Pariser Stich.

Die zu untersuchende Statue hat eine Fußlänge von 39 cm. Über den Dreisatz (oder durch die Division von Fußlänge durch Pariser Stich) kann nun berechnet werden, dass dies ca. der Schuhgröße 59 entspricht.

Im Juni konnten wir den Beitritt des 5.000 Nutzers zur MCM-Community feiern, nun sind es bereits 5260 Nutzer. In den vergangenen zwei Wochen wurden zudem 381 neue Aufgaben angelegt, sodass wir nun insgesamt bereits 15.381 Aufgaben zählen (Stand: 04.08.2020).

Das MathCityMap-Team bedankt sich bei allen Nutzerinnen und Nutzern für Ihre vielfältigen Ideen. Wir freuen uns auf zahlreiche weitere Aufgaben und Trails!

Trail des MonatsTrails im Rhein-Main-Gebiet

Unser neuer Trail des Monats liegt im wunderschönen Bingen am Rhein, wo Alysha Kremmelbein, Studierende an der Frankfurter Goethe-Universität, den „Mathtrail am Rhein“ erstellt hat. Im folgenden Interview beantwortet uns Alysha einige Fragen zu Ihrem Trail, welcher im Rahmen eines Seminars zu MCM für Lehramtsstudierende entstand. Der Trail wurde von unseren MathCityMap-Educatoren Iwan und Simon vor Ort getestet (hier geht´s zum Artikel).

Hinweis: Dieser Artikel bildet den Auftakt zur kommenden Reihe „Trails im Rhein-Main-Gebiet“. In dieser Rubrik möchten wir Ihnen die mathematischen Wanderpfade vorstellen, welche von den Studierenden im Mathtrail-Seminar entwickelt wurden. Alle Pfade wurden von Studierenden vor Ort getestet und haben zudem unser Experten-Review durchlaufen.

 

Nun aber endlich zum „Mathtrail am Rhein“  von Alysha Kremmelbein: Hallo Alysha, beschreibe kurz die Hauptinhalte unseres Mathtrail-Seminars. Worum ging es?

In unserem Seminar lernten wir zunächst allgemeindidaktische sowie fachdidaktische Aspekte, in Bezug auf das MathCityMap-System. Dabei fokussierte ich mich vor allem auf die Themen „Stationenarbeit“, „außerschulische Lernorte “ und nahm zusätzlich einen Podcast zum Thema „Anforderungen an Mathematikaufgaben“ auf. Danach drehte sich alles um die MathCityMap-App. Wie sieht eine gute Aufgabe aus? Welche Kriterien muss diese erfüllen? Und welche Ansprüche werden an einen guten Trail gestellt? Dies untersuchten wir vor allem durch das Ablaufen bereits veröffentlichter Trails sowie das Erstellen eines eigenen Trails. In diesem Zusammenhang ist auch mein Mathtrail am Rhein entstanden.

Beschreibe deinen Trail. Was ist das Besondere am Trail? Für welche Klassenstufen ist er gedacht?

Mein Trail umfasst 18 Aufgaben, die an der Rheinpromenade in Bingen gelöst werden können. Dieser Ort ist nicht nur touristisch schön gelegen, sondern auch verkehrsberuhigt und bietet viele Möglichkeiten sich mit einer Schulklasse zu versammeln. Der Trail umfasst verschiedenste Themengebiete der Mathematik. Von Potenzen und geometrischen Objekten über stochastische Themen bis hin zu Gleichungen ist vieles in dem Trail vertreten. Der Haupttrail beinhaltet leichtere und schwierigere Aufgaben, die von Neuntklässler*innen gelöst werden können. Zudem gibt es diesen Trail noch einmal unterteilt in zwei kürzere Trails (Mathematik am Kulturufer und Trail in Bingen am Rhein“), einen mit einem herausfordernderen und einen mit einem leichterem Anforderungsniveau. Der leichtere Trail kann bereits von Schüler*innen der siebten Klasse absolviert werden.

Gibt es eine Aufgabe, die die besonders gefällt?

Die Aufgabe „Wasserspielplatz“ finde ich besonders interessant, da sie auf vielfältige Weisen lösbar ist. In dieser Aufgabe sollen Schüler*innen bestimmen, wie viele Pumpstöße einer Wasserpumpe benötigt werden, um ein Becken zu füllen. Zunächst müssen sie dafür das Volumen des Beckens, mit einer sechseckigen Grundfläche, berechnen. Das Volumen muss danach in Liter umgerechnet werden und im Anschluss daran mit der Wassermenge eines Pumpstoßes verrechnet werden. Natürlich können die Schüler*innen die Aufgabe auch durch eigenes Wasserpumpen versuchen zu lösen, dann sind sie jedoch eine ganze Weile beschäftigt.

Wie hat dir der Review-Prozess geholfen, deine Aufgaben zu verbessern?

Mit dem Review durch Außenstehende werden einem viele Fehler, die man vorher gemacht hat, erst ersichtlich. Teilweise beschäftigt man sich sehr lange mit einer Aufgabe und sieht am Ende den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dann ist es sehr hilfreich, wenn jemand mit einem neuen Blickwinkel weiterhelfen kann. Zudem ist es gut, wenn eine zweite Person die Messdaten kontrolliert, da man so auch nochmal sehen kann, wie jemand anderes bei der Messung vorgeht.

Was wolltest du schon immer einmal über MCM sagen?:

Ich finde die App sehr spannend, um den Schüler*innen die verschiedenen Anwendungen von Mathematik in der Umwelt aufzuzeigen. Zudem macht es einfach Spaß Mathematik auf solche Art zu entdecken. Ich konnte bereits einige meiner Freunde, die sich sonst nicht mit Mathematik befassen, für die Mathtrails begeistern.

Unsere neue Aufgabe der Woche liegt in der spanischen Hauptstadt Madrid. Dort schuf Juan Martinez die Aufgabe „Puerta N.O. Parque Juan Carlos I (Pirámide Solar)“ [dt.: Eingang in den Park Juan Carlos I (Solarzellen-Pyramide)].

Der Autor der Aufgabe Juan Martinez ist Mitglied des spanischen Mathematikbildungsverbands FESPM. Der Verband ist einer unserer Projektpartner in unseren Erasmus+-Projekten MoMaTrE und MaSCE³ ist. Beide Projekte zielen auf die Weiterentwicklung des MathCityMap-Systems, um Schülerinnen und Schülern die „versteckte“ Mathematik in ihrer eigenen Umgebung zu zeigen.

Die Aufgabenstellung lautet wie folgt: Wir betreten den Juan Carlos I Park und beobachten durch diese Tür links eine Sonnenpyramide. Wie groß ist die Gesamtfläche der Pyramidenseiten, wenn wir ein quadratisches Solarpanel als Einheit verwenden? Die Pyramide hat vier gleich große dreieckige Seiten. Wir zählen 25 ganze Solarkollektoren auf der Grundseite und 15 vertikal gestapelte Paneele. Wenn wir die zugeschnittenen Kollektoren berücksichtigen, können wir berechnen, dass die Seiten der Pyramide aus ungefähr 830 Solarzellen bestehen.

Diese Aufgabe besteht darin, die Seitenfläche einer Pyramide mit Hilfe einer nicht standardisierten Oberflächeneinheit anzunähern. Da das Objekt recht groß ist, sollen die Schülerinnen und Schüler die Dreiecksflächenformel zur Berechnung der Anzahl der Sonnenkollektoren verwenden und dieses Verfahren als eine effektive Zählmethode erkennen.

Unsere neue Aufgabe der Woche führt uns nach Michelstadt im schönen Odenwald. Hier hat Alexander Strache, Mathelehrer im Vorbereitungsdienst, die Aufgabe das “Altes Michelstädter Rathaus” erstellt. Im Interview erzählt er von seinen Erfahrungen mit MathCityMap.

Wie hast du MathCityMap-Projekt kennengelernt? Wie nutzt du MCM?

Ich bin über mein Studium an der Goethe-Uni Frankfurt auf MCM gestoßen. Zunächst über Flyer und “Werbung” dafür in einer Vorlesung, dann über die Teilnahme an einem Seminar dazu. An der Uni habe ich auch meine ersten zwei Aufgaben für MCM erstellt. Zurzeit bin ich Lehrer im Vorbereitungsdienst und beginne, den ersten Mathtrail für meine Einsatzschule aufzubauen.

Beschreibe deine Aufgabe. Wie kann diese gelöst werden?

Die Aufgabe besteht darin, den Flächeninhalt des Daches des historischen Michelstädter Rathauses möglichst gut abzuschätzen. Einerseits lassen sich viele Größen nicht direkt messen, da das Dach weit über den Köpfen der Schüler/innen hängt, andererseits lassen sich doch die Dimensionen des Grundrisses abschreiten/vermessen und weitere Größen gut abschätzen (Fortgeschrittene können sogar über eine Strahlensatzfigur bestimmte vertikale Abstände recht gut bestimmen). Der Vergleich mit Nachbargebäuden und das Abzählen der Stockwerke kann für eine grobe Näherung hilfreich sein. Für das Erstellen der Musterlösung habe ich mit einem Bastelbogen gearbeitet und möglichst genau die jeweiligen Flächen betrachtet – vor Ort reicht das Arbeiten mit Dreiecken und Rechtecken vollauf.

Welche didaktischen Ziele verfolgst du mit der Aufgabenstellung?

Es geht, einen Blick für einfache geometrische Figuren in der Architektur zu schulen und diese notfalls auf noch einfachere zu abstrahieren: den Flächeninhalt von vielen Trapezen, aber auch allgemeinen Vielecken kann man durch Parallelogramme oder Rechtecke überschlagsmäßig annähern. Natürlich müssen bei der kleinteiligen Dachfläche viele Vereinfachungen vorgenommen werden, aber hierbei wird das Modellieren geschult: Was kann ich vernachlässigen und vereinfachen, ohne dass das Gesamtergebnis zu sehr verfälscht wird? Es geht darum, durch “educated guesses” nicht-messbare Größen schlau zu überschlagen: Wenn ich weiß, dass die Tiefe des Gebäudes rund 10m beträgt, wie hoch könnte dann das Dach sein? Und natürlich werden, wie immer bei MCM, überfachliche Kompetenzen wie Teamfähigkeit geschult.

Weitere Anmerkungen zu MCM?

Ich finde es toll, dass hier ein digitales Werkzeug entwickelt wurde, dass nicht dazu führt, dass die Kinder immer länger vor dem Bildschirm sitzen, sondern dass Bewegung, frische Luft, Schulung der Ortskenntnis und des Blickes für mathematische Phänomene in der „realen Welt“ eine große Rolle spielen. Außerdem steht die Kompetenz des Modellierens im Vordergrund, was für mich sehr wichtig ist. Auch wenn die Entwicklung einer guten Aufgabe einige Zeit und Arbeit kostet, lässt sie sich dann immer wieder einsetzen. MCM ist also ideal für eine Fachschaft, die kooperativ Aufgaben entwickelt.

Adrian Schrock, Mathelehrer an der Weibelfeldschule in Dreieich nahe Frankfurt, hat unseren neuen Trail des Monats erstellt. Die Aufgaben des Mathtrails drehen sich um die Themenfelder Pythagoras und Strahlensatz. Anhang dieses Beispiels wollen wir aufzeigen, wie Sie sogenannte themenbasierte Mathtrails mit enger curricularer Bindung erstellen können. Im Interview bereitet Adrian Schrock über seine Erfahrungen mit MathCityMap.

Wie nutzen Sie MCM und warum? Was ist das Besondere an Ihrem Trail?

Ich nutze den Trail „Unseren Schulhof mit Mathe entdecken“ aktuell in meiner 9. Klasse im Themenfeld „Satz des Pythagoras“ und „Strahlensätze“ und möchte damit die Motivation zum Problemlösen in der Klasse steigern.

Besonders an meinem Trail ist, dass sich alle Aufgaben auf dem Schulhof befinden und die Themen „Satz des Pythagoras“ und „Strahlensätze“ verbinden. Es können nicht nur unzugängliche Größen wie die Höhe des Schulgebäudes berechnet werden, sondern auch durch die Umkehrung der Sätze sowohl der 90° Winkel als auch die Parallelität anhand von Objekten auf dem Schulhof überprüft werden.

Die erste Aufgabe ist explizit zum Einstieg in das Arbeiten mit dem Mathtrail gedacht und soll in Kleingruppen im Klassenraum durchgeführt werden. Dies habe ich bereits erfolgreich im Unterricht erprobt und hatte den Vorteil, dass die SuS die App zunächst kennenlernen und mögliche Fragen direkt im Plenum geklärt werden können. Zudem kann auf mögliche Schwierigkeiten bei der Verwendung des Geodreiecks als „Försterdreieck“ oder Messunggenauigkeiten eingegangen werden.

Um die Relevanz der Aufgabenstellungen zu erhöhen ist in meinen Beschreibungen „Über das Objekt“ eine kurze Geschichte formuliert, die darstellt warum die Fragestellung interessant sein könnte. Zum Beispiel: „Zwischen den Säulen kann jeweils eine Leinwand für ein Bühnenbild aufgehangen werden. Eine Lehrkraft will für eine Aufführung vom Darstellenden Spiel im Freilichttheater wissen, ob die Leinwände parallel zueinander stehen.“ Die Geschichten sind natürlich erdacht, beantworten allerdings eventuell die Frage der SuS „Wozu sollte man das wissen wollen?“.

Welche didaktischen Ziele verfolgen Sie?

Einerseits möchte mit dem Trail gezielt die Motivation zum Problemlösen in der 9. Klasse fördern. Durch Fokussierung auf die gewählten Themen hat der Trail andererseits den zusätzlichen Zweck die Unterrichtsinhalte an realen Objekten anwenden zu können und damit zu vertiefen. Der Vorteil daran ist, dass bei der Ausgangssituation der absolvierenden SuS klar ist, welches Vorwissen für den Trail erforderlich ist. Ein Nachteil ist natürlich, dass bei einer Bearbeitung von anderen Klassenstufen die Motivation eventuell geringer ist, da sie keinen Zusammenhang zu ihrem aktuellen Unterricht sehen.

Weitere Anmerkungen zu MCM?

Kleiner Wunsch an das MCM-Team: Beim Aufgaben-Wizard fehlen Aufgabentypen zur Bestimmung von Höhen oder Überprüfung beispielsweise der Parallelität oder ähnliches wie in meinem Trail. Eventuell könnte man hier noch ein paar Themenfelder ergänzen.

Den Aufbau der Website und vor allem die Rückmeldung zu den erstellten Aufgaben empfinde ich als sehr gut – ein Lob an die Mitarbeiter!

Dörthe Ludwig hat in Dresden die Aufgabe „Majestätische Steine“ angelegt, welche wir hiermit zur neuen Aufgabe der Woche küren. Im Interview beschreibt Dörthe Ludwig, wie sie mit Hilfe von MathCityMap ihre Tochter für Mathe begeistern konnte.

Wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen? Wie nutzen Sie MCM und warum?

Ich bin Lehrerin an einer Oberschule und besuche an der TU Dresden eine berufsbegleitende 4-semestrige Fortbildung „Mathematik für Seiteneinsteiger“. In einem Didaktik-Seminar wurde uns in einem Vortrag u.a. auch das MCM-Projekt vorgestellt.

Da meine Tochter (3. Klasse) gerade in einem Mathe-Tief steckte, haben wir gemeinsam nach Aufgaben gesucht, die „auf der Straße liegen“. Wir wollen nun eine Route erstellen, die sie mit ihren Freunden gemeinsam lösen kann (und möglichst viele andere auch). Sie freut sich schon!

Beschreiben Sie ihre Aufgabe. Wie kann diese gelöst werden?

Es geht in der Aufgabe darum, die Anzahl an Pflastersteinen auf einem bestimmten Parkplatz (der Majestät) an der Grundschule geschickt zu ermitteln. Die Steine liegen so, dass es eine einfache Multiplikationsaufgabe ergibt, jedoch erfordert sie die Multiplikation über das kleine 1×1 hinaus. Man kann die Anzahl also einfach berechnen, oder aber die Aufgabe in Teilaufgaben zerlegen, die man im Kopf rechnen kann. Man darf dann nur die Addition der Teilergebnisse nicht vergessen.

Welche didaktischen Ziele verfolgen Sie mit der Aufgabenstellung?

Ehrlich gesagt lag mein didaktisches Ziel vor allem darin, meiner Tochter zu zeigen, dass Mathematik auch dann Spaß machen kann, wenn man die Lösung nicht direkt sieht, sondern sich ein wenig dafür anstrengen muss. Es scheint geglückt zu sein! Ich hoffe natürlich, dass auch viele weitere Kinder einfach Freude am Lösen der Aufgabe haben und am Ende stolz auf sich sind!

Weitere Anmerkungen zu MCM?

Ich bin begeistert und werde versuchen die Aufgabenlücke in Dresden ein wenig zu schließen. Auch meine Schüler möchte ich gerne an die frische Luft holen und zukünftig ein paar Aufgaben rund um unsere Schule erstellen.

Am Montag vermaßen, rechneten und zählten Iwan und Simon aus dem MathCityMap-Team Frankfurt (Das sind wir: Über Uns) im schönen Bingen am Rhein sowie in Groß-Gerau.

Im Rahmen des Mathtrail-Seminars an der Goethe-Universität Frankfurt, welches von Iwan und Simon betreut wird, haben Studierende einen eigenen Trail an ihrem Wohnort angelegt. Auch gehört eine gegenseitige Überprüfung der Aufgaben zum Seminar: Sowohl bei „alten MCM-Hasen“ als auch bei „MCM-Neueinsteigern“ lohnt sich ein zweiter Blick auf die Aufgabe, um z.B. das Lösungsintervall anzupassen, die Hinweise zu verbessern oder die Aufgabenstellung zu klarifizieren.

Wir hatten viel Spaß beim Bearbeiten der beiden Trails und freuen uns auf deren baldige Veröffentlichung!