Dominik Enders, Schüler am Rhön-Gymnasium Bad Neustadt, hat unsere neue Aufgabe der Woche „Ring“ erstellt. Im Interview erläutert er, wieso an seiner Schule die Lernenden eigene MCM-Aufgaben erstellen.

 

Wie nutzen Sie MCM und warum?

Ich bin über mein Projekt-Seminar der Oberstufe des Rhön-Gymnasiums Bad Neustadt an der Saale unter Leitung von Frau Gleichmann auf MathCityMap gestoßen. Im Rahmen des P-Seminars erstellen wir für Schülerinnen und Schüler aus jüngeren Klassen Mathtrails, welche Sie in Ihrer Freizeit oder an Wandertagen angehen können.

Beschreiben Sie Ihre Aufgabe. Wie kann diese gelöst werden?

Bei meiner Aufgabe handelt es sich um ein ringförmiges Sportgerät auf einem Spielplatz, von welchem man den Flächeninhalt der oberen Seite ermitteln soll. Hierbei soll man annehmen, dass die Ränder des Rings glatt, also ohne Einkerbungen sind.

Man muss zuerst die Kreisfläche bis zum äußeren Rand des Rings berechnen (Maßband/Zollstock und Taschenrechner sind erforderlich), indem man den Radius ermittelt und anschließend
die Kreisfläche berechnet. Nach dem gleichen Verfahren berechnet man die kleinere Kreisfläche, die vom inneren Rand des Rings eingeschlossen wird. Anschließend muss man nur noch die kleinere Fläche von der Größeren abziehen, um den Flächeninhalt der Oberseite des Rings zu erhalten.

Welche didaktischen Ziele verfolgen Sie mit der Aufgabenstellung?

Die Aufgabe bezieht sich auf die Unterrichtsinhalte der 8. Jahrgangsstufe und stellt eine Anwendung der Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler zum Thema Kreisfläche dar. Eine erhöhte Anforderung stellt der Kreis-Ring dar, die aber durch den Rückgriff auf die Flächenformel für zwei Kreise bewältigt werden kann. Motivierend soll der Bezug von Mathematik der 8. Jahrgangsstufe zu einem Sportgerät auf einem Spielplatz sein, das die Schüler aus ihrer Alltagserfahrung kennen. Durch das Messen von Längen (Radien) wird auch das Thema Größen aus der 5. Jahrgangsstufe sowie die Bedeutung von Messgenauigkeit angesprochen.

Hinweis: Die Aufgabe „Schuhgröße der Statue“ wurde ebenfalls von einer Schülerin des Rhön-Gymnasiums erstellt. Es war die 15.000 Aufgabe bei MCM – klasse!

 

 

Die heutige Aufgabe der Woche dreht sich um den Kreisring. Dahinter steckt die Idee, die gesuchte Fläche durch Differenz zweier Flächen zu bestimmen, die sich einfach berechnen lassen.


Aufgabe: Ringfläche (Aufgabennummer: 1943)

Berechne die Fläche des Kreisrings. Gib das Ergebnis in cm² an.


Beim Kreisring ermittelt man zunächst den Radius des gesamten Kreises, sowie den Radius des kleinen „fehlenden“ Kreises. In diesem Fall geht das am einfachsten mithilfe der Durchmesser beider Kreise. Anschließend berechnet man entweder mit dem nötigen Formelwissen direkt den Flächeninhalt des Kreisringes, oder man berechnet die Fläche des gesamten Kreises und zieht die kleine kreisförmige Aussparung ab. In beiden Fällen ergibt sich die gesuchte Fläche.

Eine ähnliche Aufgabenstellung lässt sich mithilfe von Verkehrsschildern, z.B. dem Durchfahrt verboten Schild und der Frage nach dem Anteil der roten Farbe, realisieren. In beiden Fällen spielt der Kreis thematisch eine übergeordnete Rolle, sodass die Thematik ab Klasse 9 eingesetzt werden kann.