30. Oktober 2020

Trail des Monats: Zur Dicken Tanne – Teil 2

Nun präsentieren wir Teil 2 unseres Interviews mit Jens-Peter Reusswig über den Trail des Monats Oktober (hier geht’s zu Teil 1). Der Mathtrail „Zur Dicken Tanne“ entstand im Rahmen des MathCityMap-Seminars an der Frankfurter Goethe-Universität.

 

Stelle bitte eine Aufgabe deines Trails genauer vor.

Mir gefällt die 8. Aufgabe „Ene, mene, miste“ besonders. An dieser Trail-Station hängen verschiedene Holzstücke aufgereiht in einem Rahmen, die sich zwar in ihrer Beschaffenheit unterscheiden, aber ohne entsprechende Kenntnisse nur schwer einer passenden Baumart zugeordnet werden können.

Die Aufgabe besteht nun darin, herauszufinden, wie viele Holzstücke von Buchenbäumen stammen und zu berechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, zufällig auf ein solches zu zeigen. Glücklicherweise hilft bei der Bestimmung der Holzstücke aber eine Informationstafel, die sich unter einer Abdeckung versteckt.

Dabei vermittelt der Abzählreim im Titel bereits eine erste Intuition für die Aufgabe. Ferner wird durch die Einbindung des Waldlehrgartens der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald das Lernangebot vor Ort im Trail genutzt, woran die Verknüpfung zwischen Mathematik und Ökologie noch einmal besonders deutlich wird.

Wie hat dir der Review-Prozess geholfen, deine Aufgaben zu verbessern?

Durch das Peer-Review Verfahren im Rahmen des Vertiefungsseminars wurde der Trail einer ersten Machbarkeitsprüfung unterzogen. Eine Seminarteilnehmerin prüfte dazu nicht nur, ob die Aufgaben auch für andere verständlich und lösbar sind, sondern zusätzlich, ob der Trail die wesentlichen MCM-Kriterien berücksichtigt und die Aufgaben z.B. nur vor Ort lösbar sind.

In ihrem Feedback machte Sie mich auf Missverständnisse, sprachliche Ungenauigkeiten und alternative Lösungsstrategien aufmerksam. Beispielsweise kann es bei der Konzeptionierung der Aufgaben passieren, dass der Blick zu sehr am Aufgabenobjekt haftet. So kam es in einem Fall dazu, dass ich irgendwann einen Wegweiser auf dem Aufgabenbild ausblendete, der eine Verwechslungsgefahr zu den Informationsschildern aus der Aufgabenstellung darstellte. Dieser augenöffnende Hinweis hat jedoch dazu beitragen, Diskussionen über das gemeinte Schild zu verhindern und Frustrationen an der Station durch ein falsches Ergebnis zu vermeiden.

Die Rückmeldungen aus dem Veröffentlichungsprozess über das MCM-Webportal ermöglichten mir ein letztes fine-tuning. Das Feedback des MCM-Expertenteams hat mir geholfen, meine Aufgabenstellungen und Lösungswege weiter präzisieren. Dadurch konnte ich beispielsweise die Aufgabenhinweise in eine sinnvollere Reihenfolge bringen und habe eine Vorstellung bekommen, was eine gute MCM-Aufgabe auszeichnet.

Weitere Anmerkungen zu MCM?

MCM kann ich jeder Person empfehlen, die Spaß an Mathematik hat und jeder kann dazu beitragen, MCM zukünftig noch interessanter zu gestalten. Vor dem Veröffentlichungsprozess muss man dabei keine Angst haben, da man stets ein wertschätzendes Feedback von den MCM-Experten erhält.

Das Teilen der Trails trägt dazu bei, den Bekanntheitsgrad von MCM voranzutreiben und bietet Mathematik-Freunden die Möglichkeit, Trails in der eigenen Umgebung auszuprobieren und Ideen zu sammeln. Denn eines ist ganz klar: MCM lebt vom Mitmachen und den Beiträgen vieler weiterer lokal-engagierter MCM-Heroes.

Informationen zum Trail:

Name: Trail zur „Dicken Tanne“
Code: 362883
Ort: 63579 Freigericht Somborn
Zielgruppe: ab Klasse 9
Thema: Mathematik und Ökologie

 

Datum: 30. Oktober 2020 | Von: Simon Barlovits | Kategorie:  | Keine Kommentare

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