Im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg wurden im Herbst diesen Jahres zahlreiche Aufgaben im Rahmen der Stiftungstage 2017 angelegt. Die angelegten Aufgaben überzeugen – ganz im Sinne des MCM Konzepts – insbesondere durch ihre altersübergreifende und thematische Vielfalt, die wir exemplarisch in der heutigen Aufgabe der Woche darstellen möchten.


Aufgabe: Rote Fläche (Aufgabennummer: 1964)

Wie groß ist die rote Fläche, auf der die Tischtennisplatte steht? Gib das Ergebnis in m² an.


Schnell wird klar, dass sich die gesamte Fläche nicht durch ein einzelnes geometrisches Objekt approximieren lässt, bzw. dies nur unter deutlichen Einbußen bezüglich der Genauigkeit möglich ist. Es bietet sich demnach an, die gesuchte Fläche in disjunkte Teilflächen zu zerlegen, die mithilfe von Formeln berechnet werden können. Dies geschieht am besten mithilfe einer Skizze. Eine besondere Herausforderung sind dabei die geschwungenen Ränder, an denen Abschätzungen und Annäherungen notwendig sind. Nach Messungen und Berechnungen folgt der Gesamtflächeninhalt durch Addition der Flächeninhalte aller Teilflächen.

Die Fläche lässt sich mithilfe von Rechtecken und Dreiecken beschreiben. Zudem ist das Prinzip der Zerlegung und Additivität von Flächeninhalten Voraussetzung zur Lösung des Problems. Die Aufgabe lässt sich ab Klasse 7 einsetzen.

Anlässlich der Hamburger Stiftungstage 2017 wurden im Auftrag der Stiftung Rechnen  im Stadtteil Wilhelmsburg zahlreiche MCM Aufgaben angelegt und zu abwechslungsreichen Trails für Familien und Schulklassen der Jahrgangsstufen 3 bis 9 zusammengefasst.

Im Rahmen der Eröffnung der Trails wurden die Aufgaben von Hamburger Schülern und Pressevertretern ausprobiert, wobei Iwan Gurjanow den Teilnehmern vor Ort das MCM Konzept präsentieren konnte.

(c) Stiftung Rechnen

Auf dem nächsten Bild sieht man eine Schülergruppe, die die Aufgabe Schultüte löst.

(c) Stiftung Rechnen

Die Resonanz in der Presse, z.B. im Hamburger Abendblatt sowie in den Regionalausgaben der Bild und SAT 1, ist durchweg positiv und macht deutlich: MCM überzeugt Lehrkräfte und Schüler durch authentische Aufgaben, den Einsatz von modernen Medien und die Praktikabilität von „outdoor mathematics“.

Wir freuen uns über das sehr positive Feedback und hoffen, dass durch das Weiterbestehen der Trails Spaß und Neugier an MCM bei vielen Nutzern geweckt wird.

Diese Woche möchten wir Ihnen die Aufgabe „Auf großem Fuße“ vorstellen. Sie ist unweit des Hamburger Hauptbahnhofs lokalisiert und Teil des Trails „In und um St. Georg“.


Aufgabe: Auf großen Fuße (Aufgabennummer: 647)

Diese Figuren stammen von dem zeitgenössischen deutschen Bildhauer Stephan Balkenhol. Das nur nebenbei. Ich möchte von euch wissen: Welche Schuhgröße hat der Mann? Bei Schuhgrößen gibt es weltweit vier Systeme, die sich für die Auszeichnung durchgesetzt haben. In Deutschland sind die europäischen Schuhgrößen das gebräuchliche Maß. Sie basieren auf dem sogenannten „Pariser Stich“. Der Stich ist ein Längenmaß, mit dem ein Schuhmacher die Länge des Leistens angibt und somit auch die Schuhgröße des fertigen Schuhs. Ein französischer Stich oder Pariser Stich ist ⅔ Zentimeter groß. Der Leisten ist ein Formstück aus Holz, Kunststoff oder Metall, das der Form eines Fußes nachempfunden ist und zum Bau eines Schuhs verwendet wird. Da die Füße nach vorne etwas „Luft“ haben sollte, entspricht die Leistenlänge etwa der Fußlänge + 15 mm.


 

Für die Aufgabe messen die SchülerInnen zunächst die Länge des Schuhs des Mannes und rechnen die Länge in „Stiche“ um, damit die europäische Schuhgröße angegeben werden kann. Eine Hauptkomponente der Aufgabe ist somit die Messung und Umrechnung von Größen. Dabei wird auf die Einheit des Stichs zurückgegriffen, die den meisten SchülerInnen unbekannt sein sollte. Grundsätzlich lässt sie sich ab Klasse 6 einsetzen. Bei der Umrechnung lassen sich zudem erste proportionale Grundideen formulieren und könnten eine geeignete Überleitung zur Proportionalität und zum Dreisatz darstellen.

Die Aufgabe wurde von Dunja Rohenroth erstellt. Sie konnte diese Aufgabe bereits mit ihren SchülerInnen testen und sieht in dieser Aufgabe den besonderen Vorteil, dass das Ergebnis nicht mithilfe einer Internetrecherche gelöst werden kann. Die Aspekte der Präsenz und Aktivität der SchülerInnen werden damit besonders hervorgehoben.

Morgen, am 03.11.2016 werden wir an der Stadtteilschule „Am Heidberg“ in Hamburg eine Fortbildung zum Thema „Mathematik auf der Straße – MathTrails mit neuen Technologien“ geben. Wir freuen uns sehr darauf neue Gesichter in unserer MathCityMap Community aufzunehmen und ihnen unsere Tools zur Verfügung zu stellen, um Mathematik noch einfacher draußen machen zu können!

Sie interessieren sich für eine Fortbildung zu MathCityMap? Warten Sie nicht lange und treten Sie mit uns in Kontakt!