4. Juli 2022

Trail des Monats: Berner Altstadt

Der Trail des Monats Juli lädt uns zu einem mathematischen Spaziergang durch eine weitere europäische Hauptstadt ein. Wir befinden uns diesmal in der schönen Stadt Bern in der Schweiz. Erstellt wurde der Trail des Monats von Damaris Burri im Rahmen ihrer Masterarbeit an der PH Bern am Institut für die Sekundarstufe 1 und ist in der MCM-App unter dem Code 678321 und im Webportal von MathCityMap hier verfügbar.

Der Trail, der sich quer durch die historische Altstadt von Bern zieht, besteht aus insgesamt 12 Aufgaben, die teilweise noch mit Unteraufgaben erweiterbar sind. Inhaltlich beschäftigen sich die Aufgaben mit Themen der Klassen 7 bis 9 (in der Schweiz des sogenannten dritten Zykluses), also mit Flächen und Volumenberechnungen, sowie Steigungen und Maßeinheiten.

Im folgenden Interview beschreibt Damaris Burri ihre bisherige Erfahrung mit MathCityMap und gibt zusätzliche Hintergrundinformationen zum Trail:

 

Wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen?

Auf das MathCityMap-Projekt bin ich während eines Mathematikdidaktik-Seminars an der PHBern gestossen. Am Ende eines solchen Seminars stellte uns der Dozent in wenigen Worten einige Links zu Internetseiten vor, die für den Mathematikunterricht nützlich sein könnten. Einer dieser Links führte auf die MathCityMap – Webseite. Auf der Suche nach einem Thema für meine Masterarbeit erinnerte ich mich an diese Links und erkundete zum ersten Mal MathCityMap und die Welt der Mathtrails. Ich war begeistert und hatte ein spannendes Thema für meine Masterarbeit gefunden.

 

Wo liegt Ihr Trail? Was ist das Besondere an Ihrem Trail?

Die Berner Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und bildet den historischen Kern der Schweizer Bundesstadt Bern. Der Mathtrail «Berner Altstadt» lädt auf einen mathematischen Stadtrundgang ein. Mit seinen insgesamt zwölf Aufgaben führt der Trail an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, wie zum Beispiel der Kindlifresserbrunnen, das Berner Rathaus, der Bärenpark, das Berner Münster und der Zytgloggen-Turm. An jeder Aufgabe erwartet die Schülerinnen und Schüler eine mathematische Aufgabenstellung, die sich am Basiswissen des 7. und 8. Schuljahres im Bereich der Geometrie orientiert, sowie Hintergrundinformationen zum Objekt. Ziel des Trails ist es, den Jugendlichen aufzuzeigen, dass Mathematik nicht nur im Klassenzimmer betrieben werden kann, sondern dass sich auch Objekte aus dem Alltag zum Rechnen eigenen. Ausserdem soll der Mathtrail Spaß machen und ein positives Erlebnis für die gesamte Klasse sein.

 

Wie nutzen Sie MCM und warum?

Den Trail entwickelte ich im Rahmen meiner Masterarbeit gezielt als ausserschulischer Lernort für den Mathematikunterricht des Zyklus 3 (Sekundarstufe 1), welcher frei über die drei Schuljahre (7. bis 9. Klasse) eingesetzt werden. In der Schweiz werden die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe (7. – 9. Klasse) vermehrt in Niveaugemischten Gruppen unterrichtet. Die so entstehende Heterogenität berücksichtigt mein Trail mit gestuften Hinweisen und Unteraufgaben. Jede Aufgabe hat mindestens zwei gestufte Hilfestellungen, die den Jugendlichen helfen, die Aufgabenstellung zu verstehen und einen möglichen Lösungsweg zu finden. Zudem weisen sie auf mögliche Stolpersteine hin. Bei Aufgaben, die den Unterrichtsstoff der 7. Klasse übersteigen, wurden die Aufgabenstellungen mit sogenannten Unteraufgaben in mehrere Teilaufgaben unterteilt. Diese führen die Jugendlichen Schritt für Schritt zur Lösung.

Um die Aufgabenstellungen des Mathtrails «Berner Altstadt» lösen zu können, muss jede teilnehmende Gruppe (bestehend aus 3 -4 Schülerinnen und Schüler) mit einem Smartphone, einem Geodreieck, einem Doppelmeter und einem Taschenrechner ausgerüstet sein.

 

Beschreiben Sie Ihre Lieblingsaufgabe auf dem Trail. Wie kann sie gelöst werden?

Meine Lieblingsaufgabe ist die Aufgabe am Zytglogge (Zeitglockenturm). Der Zytglogge gehört zu den Wahrzeichen der Berner Altstadt und war vor den Stadterweiterungen im 13. Und 14. Jahrhundert das erste Westtor. Der Turm mit seiner mechanischen Spieluhr faszinierte mich schon als Kind. Jeweils zur vollen Stunde beginnt die Spieluhr zu spielen und der tanzende Bärenzug, der Narr und der schreiende Hahn erwachen zum Leben.

Die Aufgabe «Zytglogge» bezieht sich auf den Tordurchgang, in welchem an einer der Wände sieben historische Längenmasse hängen, die früher auf den Berner Märkten verwendet wurden. Bei dieser Aufgabe sollen die Schülerinnen und Schüler die Länge des Tordurchgangs dem Längenmass «Schweizerfuss» angeben. Um die Aufgabe zu lösen, müssen die Lernenden das Prinzip des Umrechnens von Längenmassen kennen und verstanden haben. Die Länge eines Schweizerfuss können die Schülerinnen und Schüler sowohl durch Ausmessen oder durch genaues beobachten bestimmen, denn die Länge von 3/10 Meter ist eingraviert. Um die Aufgabe zu lösen, müssen sie zudem die Länge des Tordurchgangs messen und dann die erhaltene Länge in «Schweizerfuss» umwandeln.

 

Datum: 4. Juli 2022 | Von: Philipp Larmann | Kategorie:  | Keine Kommentare

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