22. April 2020

MCM@Home an Frankfurter Otto-Hahn-Schule

Meret Böhmer ist Mathelehrerin an der Otto-Hahn-Schule im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach. Im Jahr 2017 nahm sie an einer der ersten MathCityMap-Fortbildungen teil und hat nun MCM@Home mit ihren Schülerinnen und Schülern ausprobiert. Ihre Erfahrungen schildert sie im Folgenden:

Wie haben Sie MCM kennengelernt? Haben Sie MCM auch vor Corona eingesetzt?

Ich habe MathCityMap durch Xenia Reit [MCM-Fortbildnerin] und durch den „MathCityMap – Mitmach Workshop“ im Mai 2017 kennengelernt. Ich habe dann mit einer Kollegin einen Trail an unserer Schule erstellt und diesen auch schon mit Schülern durchgeführt. Ich habe MCM dann auch den Kolleg*innen in der Mathe-Fachkonferenz vorgestellt. Danach habe ich leider nicht mehr viel damit gearbeitet. Unsere Oberstufenleitung Frau Dr. Schmidt ist aber ganz begeistert und arbeitet viel mit MCM. Sie hat auch in der letzten Projektwoche ein Projekt dazu angeboten. 

Wie sind Sie auf MCM@Home aufmerksam geworden? Wie haben Ihre Schülerinnen und Schüler MCM@Home wahrgenommen?

Auf MCM@Home bin ich durch den Newsletter des Instituts für Didaktik der Mathematik und Informatik der Goethe-Uni Frankfurt aufmerksam geworden. Da ich mich erstmal wieder einfinden musste, hat das Anlegen eines Trails ein wenig gedauert, war dann aber doch wieder relativ schnell in der Materie drin. Das Video, das in der Mail verlinkt war, hat auch sehr geholfen [hier geht’s zum Video]

Die Rückmeldungen meiner Schüler waren durchweg positiv. Sie haben gesagt, dass es Spaß macht, mit der App zu arbeiten (besser als immer nur Aufgaben aus dem Buch) und dass es mal was anderes ist. Das man für richtig gelöste Aufgaben Punkte bekommt sei motivierend. Auch die Gewissheit, dass man sich nun 1,5 Stunden mit Mathe beschäftigt und keinen Abgabetermin bearbeiteter Aufgaben einhalten muss und eventuell verpasst, finden die Schüler gut. Nur die von mir vorgegebene Zeit (11.30 Uhr bis 13 Uhr) war für einige zu früh 🙂 

Bei einem Schüler wurde die Karte nicht richtig geladen, auch nach mehreren Anläufen nicht. Zwei Schüler hatten das GPS wohl nicht an, da ich ihren Fortschritt nicht gesehen habe. Beim Großteil hat es aber gut funktioniert.  

Ich fand es interessant, den Fortschritt der Schüler sehen zu können. Man merkt auch, wer sich Gedanken macht und die Aufgaben auf Papier löst und dann die Lösung auswählt oder eingibt und wer einfach drauflos rät. Ich fand es auch schön zu wissen, dass sich gerade alle Schüler mit den Matheaufgaben beschäftigen, fast so wie im Unterricht. 

Inwiefern bietet das digitale Klassenzimmer Möglichkeiten, den Lernprozess während der Corona-Zeit zu strukturieren?

Ich hatte die Eltern meiner Klasse um ein Feedback zu den ersten drei Wochen homeschooling gebeten. Die Eltern nannten u.a., dass es vielen Schülern schwer fiel, sich einen Überblick über die ganzen Arbeitsaufträge zu verschaffen und sich einen Plan zu erstellen. Auch wünschen sich die Schüler einen regelmäßigen Kontakt mit den Lehrkräften. Aus diesem Grund hatte ich mich dann auch entschieden, das digitale Klassenzimmer auszuprobieren.  

Ich denke das digitale Klassenzimmer hat den Vorteile, dass es den Schülern insofern etwas Struktur gibt, da der Zeitraum, wann die Matheaufgaben bearbeitet werden festgelegt ist. Die Aufgaben werden nicht auf den letzten Drücker erledigt. Die Schüler haben so einen vorgegebenen zeitlichen Rahmen, wie im Unterricht, in dem sie sich nur mit Mathe beschäftigen. Zum anderen hoffe ich die Kinder damit motivieren zu können, da alle gleichzeitig an den Aufgaben arbeiten, wie es auch im Unterricht wäre. Auch stehe ich so regelmäßig mit ihnen in Kontakt und sie können mir direkt über die Chatfunktion Fragen zu den Aufgaben stellen. Für mich ist es auch eine Entlastung, da ich vorher alle Aufgaben, die die Schüler mir geschickt haben, korrigiert habe, um zu sehen, wo eventuell noch Schwierigkeiten liegen. Ich habe mit den Schülern entschieden, dass wir vorerst weiter mit MCM arbeiten.

Information:
Hier finden Sie alle öffentlichen MCM@Home-Trails.

Datum: 22. April 2020 | Von: Simon Barlovits | Kategorie:  | Keine Kommentare

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